Maas will trotz diplomatischer Krise mit Russland im Gespräch bleiben

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) setzt am Donnerstag seinen Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman fort. Während seines zweitägigen Aufenthalts sind politische Gespräche mit Regierungsvertretern und Vertretern der Zivilgesellschaft geplant

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will trotz der diplomatischen Spannungen nach dem Giftanschlag in Großbritannien mit Russland im Gespräch bleiben. "Durch das russische Verhalten der letzten Jahre ist ohne Zweifel viel Vertrauen verloren gegangen", sagte Maas der "Bild am Sonntag". "Gleichzeitig brauchen wir Russland als Partner, etwa für die Lösung regionaler Konflikte, für Abrüstung und als wichtige Stütze der multilateralen Ordnung."

Die Bundesregierung sei deshalb "offen für den Dialog" und setze darauf, "das Vertrauen wieder Stück für Stück aufzubauen, wenn Russland dazu auch bereit ist", sagte Maas. Der enge Schulterschluss der Europäer nach dem Giftanschlag sei richtig gewesen, fügte der SPD-Politiker hinzu - "aus Solidarität mit Großbritannien aber auch als Signal der Geschlossenheit".

Hintergrund des diplomatischen Streits mit Moskau ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in Großbritannien. Die Regierung in London macht Moskau für das Attentat am 4. März in Salisbury verantwortlich. Russland bestreitet die Vorwürfe.

Wegen des Vorfalls verfügten mehr als 20 Länder, darunter neben Großbritannien auch die USA und Deutschland, die Ausweisung russischer Diplomaten. Russland reagierte ebenfalls mit der Ausweisung dutzender Diplomaten.