Maas fordert nach "Paradise Papers" Schließen der Steuerschlupflöcher in der EU

Nach den Enthüllungen zu Steueroasen durch die "Paradise Papers" hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ein Schließen der Steuerschlupflöcher innerhalb der EU gefordert. "Das ist eine Frage der Gerechtigkeit", erklärte Maas am Montag in Berlin. Unternehmen profitierten enorm vom europäischen Wirtschaftsraum und sollten daher auch einen höheren Beitrag für das Gemeinwesen zahlen, fügte Maas hinzu.

Der Minister forderte, Großunternehmen sollten transparenter machen müssen, wo sie wieviel Steuern zahlen. "Es kann doch nicht sein, dass etwa Internetgiganten in Europa riesige Milliardengewinne erzielen, aber nur minimale Steuern zahlen."

Zudem forderte der Minister mehr Transparenz und eine Vereinheitlichung der Steuerregeln in der EU. "Nur so können wir auch weltweit glaubwürdig für mehr Steuergerechtigkeit eintreten." Die "Paradise Papers" zeigten einmal mehr, wie notwendig diese Arbeit sei.

Rund anderthalb Jahre nach den "Panama Papers" hat ein neues Datenleck Steuertricks von Politikern, Konzernen und Superreichen in aller Welt offengelegt. Die insgesamt 13,4 Millionen Dokumente wurden der "Süddeutschen Zeitung" aus Steueroasen zugespielt und von einem internationalen Medienkonsortium ausgewertet. Den "Paradise Papers" zufolge hat etwa US-Handelsminister Wilbur Ross Beteiligungen an einer Reederei, die in Verbindung mit Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin steht.