Müller kritisiert unabgesprochenes Vorgehen mancher Bundesländer

BERLIN (dpa-AFX) - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht die Lockerungen der Coronaregeln in einigen Bundesländern kritisch. Die Pandemie sei noch nicht überwunden, sagte Müller am Dienstag. "Deswegen sehe ich mit Sorge, was da passiert." Das, was einige Bundesländer für sich ohne eine bundesweite Abstimmung beschlossen hätten und schon in den nächsten Tagen umsetzen wollten, hinterlasse vielleicht bei manchen den Eindruck, sorglose Begegnungen seien wieder möglich.

Mittlerweile haben unter anderem Niedersachsen, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einzelne Lockerungsmaßnahmen oder sogar Gesamtpakete vorgelegt.

Müller sagte weiter: "Wir haben es ja doch in den letzten Monaten geschafft, sehr nah beieinander zu bleiben, die Bundesländer und die Bundesebene." Der SPD-Politiker fügte hinzu: "Wir haben im Grundsatz beschlossen, wir wollen bestimmte Dinge einschränken. Und dann gab es immer die einen oder anderen kleinen Abweichungen." In der Zielsetzung habe aber Einigkeit bestanden. "Und ich glaube, das hat dem ganzen Lande auch gut getan."

Es sei richtig, das ein oder andere an Normalität jetzt wieder zuzulassen. "Aber ich glaube, das kann ich so sagen für den Senat, wir sind uns da sehr einig, dass ein Stück Normalität zurückgewinnen nicht bedeutet, es gibt keine Gefahr mehr." Er hoffe sehr, dass es gelinge, das am Mittwoch in der Konferenz mit der Bundeskanzlerin oder auch darübber hinaus zu vermitteln.