Müller: Heynckes hat alle auf seine Seite gezogen

Johannes Fischer

18 Punkte Vorsprung in der Bundesliga, noch zwölf Partien zu spielen: Es sieht nicht so aus, als ob der FC Bayern München noch um die Deutsche Meisterschaft fürchten müsste.

Kurz vor dem Nachmittagsspiel beim VfL Wolfsburg denkt Weltmeister Thomas Müller folglich auch schon an die nächste große Aufgabe des Rekordmeisters.

In einem Interview am Rande eines Werbedrehs formuliert Müller Bayerns Ansprüche in der Champions League - und benennt die große Stärke seines Trainers Jupp Heynckes.

Müller: Champions-League-Finale "im Hinterkopf"

Mit Blick auf das Achtelfinal-Hinspiel gegen Besiktas Istanbul am Dienstag (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) sagt Müller: "Es ist unser Anspruch, in die nächste Runde einzuziehen. Auf dem Papier sind wir auf jeden Fall der Favorit gegen Besiktas - und dem müssen wir uns stellen."


Unterschätzen werde man den türkischen Rivalen, der in der Gruppenphase unter anderem RB Leipzig ausschaltete und keine einzige Niederlage kassierte, aber keinesfalls: "Dass wir trotzdem wissen, dass das kein Spaziergang wird, ist völlig klar. Dafür sind wir zu lange im Geschäft. Aber wir wollen in die nächste Runde und das kommunizieren wir auch so."

Nachdem es für den deutschen Rekordmeister zu Beginn der Saison noch schlecht lief - unter anderem kassierte man ein 0:3 in Paris - hat Jupp Heynckes die Bayern in die Erfolgsspur zurückgeführt. Und mittlerweile träumen sie an der Säbener Straße sogar wieder von früheren Heldentaten in der Königsklasse.

"Ich habe das Champions-League-Finale drei Mal gespielt - und jedes Mal war es ein überragendes Erlebnis", erinnert sich Müller. "Irgendwann will ich noch mal in ein Champions-League-Endspiel einziehen. Die letzten vier, fünf Jahre hatten wir eine kleine Durststrecke. Wir sind zwar oft ins Halbfinale gekommen, aber den nächsten Schritt haben wir leider verpasst. Deswegen ist das Finale ein großes Ziel, das wir im Hinterkopf haben."


Müller: Heynckes hat "sofort funktioniert"

Wenn es nach Müller geht, dann könnte dieses Jahr der richtige Zeitpunkt sein. "Wir sind Profis, wenn es darum geht, den Druck auszuhalten. Wir wollen Leistung abliefern, wenn wir unter Druck stehen. Daraus ziehen wir unsere Bestätigung."

Den größten Anteil an Bayerns Aufschwung hält Müller seinem Trainer zugute: "Heynckes ist nach der Notsituation durch die Ancelotti-Entlassung eingesprungen. Das Trainerteam hat sofort funktioniert. Wir haben unter ihm eine extrem erfolgreiche Phase gehabt, was sein Verdienst war. Er hat alles, was ihn auszeichnet, in die Waagschale geworfen. Und er hat es geschafft, alle Spieler auf seine Seite zu ziehen."