Müller im Diskus-Finale Sechste - Perkovic überlegen Weltmeisterin

SID
Müller im Diskus-Finale Sechste - Perkovic überlegen Weltmeisterin

Die frühere Diskus-Vizeweltmeisterin Nadine Müller (Halle/Saale) hat ihre dritte WM-Medaille verpasst. Im Finale von London wurde die 31-Jährige beim Sieg der kroatischen Olympiasiegerin Sandra Perkovic mit im ersten Versuch erzielten 64,13 m Sechste. Müller hatte 2011 Silber und 2015 Bronze geholt.
"Ich bin mit der Leistung zufrieden. Ich bin Sechste der Welt, habe schon viel mitgemacht", sagte Müller: "Mir ist es schwergefallen, technisch mein System zu finden, mit dem ich stabile Weiten anbieten kann. Mir haben in den vergangenen Wochen Würfe gefehlt, der letzte Punch."
Perkovic triumphierte mit starken 70,31 m vor der Australierin Dani Stevens (69,64), die unter ihrem Mädchennamen Samuels 2009 in Berlin Gold geholt hatte und in London ihre Bestleistung um fast zwei Meter übertraf, sowie der Olympiazweiten Mélina Robert Michon aus Frankreich (66,21). Titelverteidigerin Denia Caballero (Kuba/64,37) belegte nur Rang fünf.
Die EM-Zweite Julia Harting (Berlin) kam unter den Augen ihres Ehemannes Robert Harting, der bei den Männern acht Tage zuvor Platz sechs belegt hatte, nicht in den Endkampf der besten Acht. Nach drei Final-Durchgängen lag die 27-Jährige mit 61,34 m auf Platz neun und schied aus.
"Ich bin traurig und enttäuscht. Ich habe mich nach der Quali gut gefühlt und daran geglaubt, dass etwas geht", sagte Harting: "Ich war mir sicher, dass ich in den Bereich von 65 Metern werfen kann. Aber heute war alles anders. Ich bin in den Ring gegangen und konnte überhaupt nicht eingreifen."
Bereits in der Qualifikation war die frühere Junioren-Weltmeisterin Anna Rüh (Magdeburg) gescheitert. Die 27 Jahre alte Perkovic, die 2011 eine sechsmonatige Dopingsperre abgesessen hatte, ist die erste Diskuswerferin bei Weltmeisterschaften seit 26 Jahren, die über die 70-m-Marke warf. 1991 in Tokio hatte die Bulgarin Zwetanka Christowa mit 71,02 m gesiegt.