Wie Stress junge Bundestagspolitiker gefährlich an nah ihre Grenzen bringt

Jürgen Klöckner
Der CDU-Abgeordnete Philipp Amtor im Bundestag. 

Im Januar erlebte Markus Frohnmaier seine bis dato dunkelste Stunde.

Mit einem Fahrer der Bundestagsflotte raste der jüngste AfD-Abgeordnete in einer Limousine zur Berliner Charité. Diagnose: Herzinfarkt, mit nur 26 Jahren.

Frohnmaier geht es wieder so gut, wie es einem vier Monate nach einem Infarkt gehen kann.

Stress, extrem hoher Erwartungsdruck und wenig Schlaf

Aber der Schock bleibt, auch bei Abgeordneten, die nicht seiner Fraktion angehören. “Ich bin nicht seiner politischen Meinung, aber sowas wünscht man keinem”, sagt einer.

Frohnmaier ist nicht der erste junge Politiker, den eine Krankheit aus dem Berliner Politbetrieb reißt.

Ein Name, der immer fällt, wenn man mit Abgeordneten über dieses Thema spricht, ist Philipp Mißfelder.

Mißfelder, mit Kanzlerin Merkel.

Der frühere Chef der Jungen Union galt als Ausnahmetalent und starb mit 35 Jahren an einer Lungenembolie, die Folge eines Treppensturzes.

In Erinnerung ist vielen auch der Tod von Dominic Heilig.

Der Vorstandsreferent des Linken-Fraktionschefs Dietmar Bartsch starb Ende vergangenen Jahres mit 39 Jahren an einem Herzstillstand.

Mediziner würden die Berliner Spitzenpolitik als ein Arbeitsumfeld beschreiben, das solche Krankheiten fördert.

Arbeitsfreier Sonntag für Politiker

Ständiger Stress, extrem hoher Erwartungsdruck und wenig Schlaf – nicht selten sieben Tage in der Woche. Ein Hamsterrad, das einen hohen gesundheitlichen Preis fordern kann.

Nicht ohne Grund forderte erst kürzlich Paul Ziemiak, Chef der Jungen Union, einen freien Sonntag für Politiker.

Wie gehen die Abgeordneten mit diesem Druck um? Darüber hat die HuffPost mit Jungpolitikern gesprochen.

Manche sagten uns ab aus Sorge, vor ihren Kollegen als “Schwächling” dazustehen. Wieder anderen ist das Thema “zu privat”.

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