Wall Street schließt trotz möglichem Handelskrieg im Plus


Die US-Börsen haben am Montag im Plus geschlossen. Unterstützung bekamen sie vom Ölmarkt. Dort zogen die Preise für Brent-Öl aus der Nordsee und leichtes US-Öl WTI um über zwei Prozent an.

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Handelskriegs hatten sich die Anleger im frühen Geschäft zunächst zurückgezogen. Trump habe seine harte Haltung beim Thema Strafzölle noch einmal bekräftigt, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Raymond James. Damit schüre er die Verunsicherung der Anleger. Doch im Verlauf des Tages hätten die Ängste der Anleger dann nachgelassen, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg 1,4 Prozent auf 24.874 Punkte. Der breiter gefasste S & P-500 erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 2720 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 1,0 Prozent auf 7330 Punkte.


Der US-Präsident forderte über Twitter, dass Kanada US-Landwirte besser behandeln und dass Mexiko seine Anstrengungen im Kampf gegen Drogenschmuggel verstärken müsse. Außerdem bot er den beiden Nachbarstaaten an, sie von Strafzöllen auszunehmen, falls das Freihandelsabkommen Nafta neu verhandelt werde. Der ranghöchste Republikaner im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, riet Präsident Donald Trump von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ab. Zuvor hatten bereits Vertreter der Republikaner Trumps Pläne kritisiert.

Bei den Unternehmen stand XL Group im Fokus. Dank einer 12,4 Milliarden Dollar schweren Übernahmeofferte des französischen Konkurrenten Axa, verbuchten die Aktien des Versicherers ein Plus von gut 30 Prozent. Axa-Titel brachen dagegen in Paris um fast zehn Prozent ein.

Verzögerungen bei der Übernahme von Qualcomm durch Broadcom setzten beiden Chip-Herstellern zu. Ihre Papiere verbilligten sich um 1,1 beziehungsweise um 1,6 Prozent. Das US-Sicherheitsgremium CFIUS benötigt nach Angaben des US-Finanzministeriums mehr Zeit für die Prüfung des 117 Milliarden Dollar schweren Deals.

Nach einem Analystenkommentar stiegen GE zeitweise um rund drei Prozent. Analyst Nicholas Heymann vom Investmenthaus William Blair bekräftigte seine „Outperform“-Empfehlung und verwies unter anderem auf die höheren Ölpreise, von denen die Tochtergesellschaft Baker Hughes profitieren könnte. Aus dem Handel ging die Aktie mit einem Plus von 2,1 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 2145 Werte legten zu, 760 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 2022 im Plus, 919 im Minus und 191 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 8/32 auf 98-26/32. Die Rendite stieg auf 2,8863 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 15/32 auf 96-31/32 und rentierte mit 3,1572 Prozent.