"Möchten diskriminierungsfrei mit Euch kommunizieren": ZDF äußert sich zum Reizthema Gendern

Die "Redaktionen entscheiden selbst, welche Form der Ansprache für das jeweilige Format am besten geeignet ist": Die Zuschauerredaktion des ZDF (im Bild: Intendant Dr. Norbert Himmler) äußerte sich auf eine Zuschaueranfrage zum Reizthema Gendern. (Bild: ZDF / Tim Thiel)
Die "Redaktionen entscheiden selbst, welche Form der Ansprache für das jeweilige Format am besten geeignet ist": Die Zuschauerredaktion des ZDF (im Bild: Intendant Dr. Norbert Himmler) äußerte sich auf eine Zuschaueranfrage zum Reizthema Gendern. (Bild: ZDF / Tim Thiel)

"Wenn das ZDF gendert, schalte ich ab": Auch wenn es in der Debatte ums Gendern zuletzt etwas ruhiger wurde, das Sternchen ist und bleibt ein Reizthema. Nun nahm der öffentlich-rechtliche Sender auf Facebook öffentlich Stellung zum eigenen Vorgehen.

Angesichts der Wucht der Nachrichtenlage rund um den Krieg in der Ukraine hätte man zuletzt beinahe vergessen können, dass es noch bis vor Kurzem hierzulande auch ganz andere, vergleichsweise weitaus weniger gewaltige Debattenthemen gab, an denen sich gefühlt die ganze Nation abarbeiten konnte. Stichwort: Gendern! - Dass der Streit ums Sternchen in der Sprache noch lange nicht beigelegt ist, zeigt ein aktueller Post der ZDF-Zuschauerredaktion. Die Mainzer, die in unregelmäßigen Abständen auf diese Weise immer wieder Anfragen und Beschwerden von Zuschauerinnen und Zuschauern aufgreifen, beantworteten am Montag den Einwurf des Users "Michael B.", der via Facebook aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht hatte: "Wenn das ZDF gendert, schalte ich ab, weil die Verwendung einer nicht dudengerechten und dummen Sprache völlig sinnfrei ist", schrieb er.

"Wir halten das Gendern nicht für sinnfrei, denn wir möchten möglichst diskriminierungsfrei kommunizieren und achten dabei auch darauf, wie sich Gesellschaft und Sprache verändern", hielt die Zuschauerredaktion in ihrer öffentlichen Antwort dagegen. Laut ZDF würden "einige Moderator*innen und Korrespondent*innen" dies "gelegentlich" in ihren Moderationen und Beiträgen tun, "indem sie eine kleine Pause zwischen dem Wortstamm und der weiblichen Endung machen". Allerdings, so steht es in der auf Facebook geposteten Antwort weiter: "Hierfür gibt es beim ZDF aber keine Vorgaben. Die Redaktionen entscheiden selbst, welche Form der Ansprache für das jeweilige Format am besten geeignet ist."

"Genderstern wird, wo es passt, hinzugefügt"

Ähnliches gelte auch für die Facebook-Seite des ZDF: "Unsere Texte hier sollen verständlich und eindeutig sein - aber auch hier möchten wir diskriminierungsfrei mit Euch kommunizieren. Der Genderstern wird deshalb, wo es passt, hinzugefügt."

Dass das Thema nach wie vor große Brisanz hat, zeigt der Blick in die Kommentarspalte, wo binnen 20 Stunden fast 1.500 User-Meinungen hinterlassen wurden. In der für Facebook-Verhältnisse überwiegend erstaunlich sachlich geführten Diskussion wurde deutlich, dass es vielen bei ihrem kritischen Standpunkt zum Thema Gendern um eine durchaus differenzierte Sichtweise geht. "Wenn sich die Sprache wirklich ändern würde, dann wäre das in meinen Augen auch okay", schrieb etwa ein User an das "liebe ZDF-Team": "Nur handelt es sich hier darum, dass einige wenige Leute versuchen, der Mehrheit der Menschen eine Sprachänderung aufzuzwingen."

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