Die Märkte werden zunehmend nervöser: Könnte uns etwa schon bald die nächste Korrektur bevorstehen?

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Märkte Optimismus
Märkte Optimismus

Die meisten von uns werden das Jahr 2020 noch gut in Erinnerung haben. Nach anfänglichen Höchstkursen stürzten die weltweiten Börsen im Zuge der Corona-Krise ab Mitte Februar massiv ab. Und mit ihnen natürlich auch die großen Indizes rund um den Globus. Doch überraschenderweise hielt die schlechte Stimmung nicht allzu lange an. Bereits Ende März setzten die Märkte zu einer atemberaubenden Erholung an.

Diese hält praktisch bis heute an. Und so begannen sowohl unser DAX als auch der amerikanische Dow Jones das neue Jahr mit neuen absoluten Höchstständen. Aber die letzten Tage ist der Motor ein wenig ins Stocken geraten und eine gewisse Nervosität macht sich bemerkbar. Geht der aktuellen Hausse etwa vielleicht langsam der Treibstoff aus und müssen wir uns sogar auf eine herbe Korrektur einstellen?

Das wird sicherlich von verschiedenen Faktoren abhängen. Einiges könnte allerdings darauf hindeuten, dass die aktuelle Börsenparty eventuell schon mit großen Schritten ihrem Ende zugeht. Schauen wir uns also einmal kurz an, was die Märkte vielleicht demnächst ins Wanken bringen könnte.

Was könnte die Stimmung zum Kippen bringen?

Es ist ganz natürlich, dass sich gerade in solch euphorischen Zeiten, wie sie aktuell vorherrschen, kaum ein Anleger einen größeren Einbruch vorstellen kann. Doch auch wenn die Aktienkurse noch weit oben notieren, kann man wohl nicht davon ausgehen, dass wirklich alles im grünen Bereich ist. Und der größte Risiko- bzw. Unsicherheitsfaktor bleibt in meinen Augen weiterhin die Corona-Pandemie.

Denn die Aktienkurse wurden meines Erachtens natürlich auch angetrieben, weil die Marktteilnehmer aufgrund der Zulassung einiger Corona-Impfstoffe das Szenario durchspielten, dass die Pandemie nun bald zu einem Ende kommen könnte. Doch diese Hoffnung wurde durch die Meldungen durchkreuzt, dass es zumindest in Deutschland zu Lieferengpässen des Vakzins von Biontech (WKN: A2PSR2) kommt. Die Reduzierung der Liefermengen führte in einigen Bundesländern zu Verzögerungen oder sogar teilweise auch zu einem Stopp der Impfungen.

Aber auch wenn demnächst wieder genug Impfstoff zur Verfügung stehen sollte, dürfte sich ein Durchimpfen der Bevölkerung noch über einen längeren Zeitraum hinziehen. Auch stehen den mRNA-Impfstoffen mittlerweile viele Menschen äußerst skeptisch gegenüber. Große Zurückhaltung gibt es hier etwa bei Pflegekräften und Ärzten. Was könnte dies nun für die Märkte bedeuten?

Optimismus könnte schwinden

Leider sieht es danach aus, dass uns die Corona-Pandemie noch wesentlich länger beschäftigen könnte, als erwartet wurde. Und dies hätte auch ein Weiterbestehen der Beschränkungen zur Folge. Doch selbst die bisher angerichteten wirtschaftlichen Schäden dürften mehr als ausreichen, um die Börse erneut in die Knie zu zwingen. Die Frage ist lediglich, wann diese Erkenntnis bei den Marktteilnehmern ankommt?

Noch finden sich aber anscheinend genug Anleger, die bereit sind, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Und so lange dies so ist, werden sich die Börsen wohl noch auf ihrem aktuell hohen Niveau halten können. Doch sollten die meisten den Glauben an ein baldiges Ende der Pandemie verlieren, könnte dies unter Umständen für die Aktienmärkte nichts Gutes bedeuten. Bleibt also zu hoffen, dass sich die Korrektur vom Februar 2020 dieses Jahr nicht noch einmal wiederholt.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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