Männer oder Mäuse: DFB-Team vor der Reifeprüfung

Martin van de Flierdt, Jochen Stutzky
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Arturo Vidal glänzt auf dem Feld als knallharter Abräumer mit Torgefahr - aber auch über seine Karriere hinweg mit abgefahrenen Frisuren. Vor dem Spiel Deutschland gegen Chile beim Confed Cup (LIVE auf SPORT1) präsentiert sich der Bayern-Star mit neuem Haarschnitt

Viel ist über das neu formierte deutsche Aufgebot beim FIFA Confederations Cup (LIVE im TV auf SPORT1) geredet und geschrieben worden. Am Donnerstag wird die entscheidende Frage beantwortet: Ist die junge DFB-Auswahl in der Lage, sich mit den Weltbesten zu messen? 

Denn am Abend trifft sie in Kasan mit Gegner Chile (ab 20 Uhr im LIVETICKER) auf die nominell stärkste Formation ihrer Gruppe A, den Topfavoriten des Turniers. Der Südamerikameister ist mit einem Durchschnittsalter von 29,1 Jahren ein Ausbund an Erfahrung, dazu technisch versiert und unangenehm aggressiv in der Spielweise.


"Sie haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie zur Elite des Weltfußballs gehören", schwärmt Bundestrainer Joachim Löw. "Chile ist eingespielt, hat fantastische Einzelspieler und ist taktisch eine der besten Mannschaften der Welt. Das wird für uns eine besondere Herausforderung."

Vidal gibt sich selbstbewusst

Dagegenhalten heißt die Devise. Das wird nicht einfach werden.

"Wir werden von Anfang an Pressing spielen", kündigte Arturo Vidal, chilenischer Superstar in Diensten von Bayern München, vollmundig an. "Wer sein Spiel durchbringt, gewinnt."


Die DFB-Youngster werden gegen die abgezockte Auswahl von Trainer Juan Antonio Pizzi dabei auch beweisen müssen, dass sie nicht zu grün sind für das internationale Top-Level.

Draxler kündigt Steigerung an

"Man hat gegen Australien gemerkt, dass noch ein bisschen die Erfahrung fehlt", hatte Kapitän Julian Draxler eingeräumt. "Aber wir werden uns bei den nächsten Spielen steigern. Gegen Chile ist das auch notwendig."

Seine Mannschaft müsse jeden Meter mitgehen, erklärte der Bundestrainer: "Wir müssen 90 Minuten hellwach sein, dürfen nie schlafen." Anders als bei der neu zusammen gestellten DFB-Auswahl weiß beim Gegner jeder Akteur seit Jahren um die Qualitäten des anderen.

"Chile spielt mit einer unglaublichen Variabilität und Intensität", findet Löw.


"Eine unglaubliche Wucht"

"Die Chilenen können Dinge während des Spiels verändern, die Spieler wissen um die Laufwege, haben eine unglaubliche Wucht nach vorne und wechseln ständig die Positionen."


Das klingt nach 90 Minuten Schwerstarbeit für sein Team. Die Mühe wird sich lohnen, ist sich Löw sicher: "Es ist wichtig für die Entwicklung der Spieler, auf so einem Level gegen so eine Mannschaft zu spielen."