Wenn Mädchen ihre Sexualität unterdrücken müssen, kann das schwerwiegende Folgen haben

Anna Rinderspacher
Sexuelle Aufklärung bei Kindern ist ein umstrittenes Thema in Deutschland.
  • Eltern und Erzieher sind oft entsetzt, wenn kleine Mädchen an ihren Genitalien herumspielen 
  • Doch die Erkundung des eigenen Körpers, mitsamt seiner Sexualorgane ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung

Kinder gehen jeden Tag auf Entdeckungstour.

Sie wollen die Welt, das Leben und sich selbst begreifen. Dazu gehört auch, den eigenen Körper zu entdecken und zu verstehen, wie er funktioniert.

Wofür habe ich einen Bauchnabel? Wie hoch kann ich springen? Wieso kann ich meinen eigenen Ellbogen nicht lecken? Auf diese Fragen geben Erwachsene gerne Antworten.

Mädchen sollen nicht an sich herumspielen

Wenn es jedoch um die Genitalien eines Kindes geht, wird die Erkundungstour häufig abrupt unterbrochen. “Pfui, das macht man nicht”, bekommen viele Kinder zu hören, wenn sie an sich herumspielen. Oder sich am Sofa reiben, weil sie merken, dass sich das gut anfühlt.  

Besonders bei Mädchen wird sexuelle Neugier als Tabu gesehen.

“Bei kleinen Mädchen wird schneller interveniert, als bei Jungs, wenn sie sich ‘schöne Gefühle machen’”, sagt die Sexualpädagogin Anja Bawidamann im Interview mit HuffPost.

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Denn obwohl sexuelle Erregung im frühen Kindesalter nichts mit Erotik zu tun hat, wird sie bei Mädchen als etwas Verbotenes betrachtet. Dass das weitreichende Folgen für die Ausbildung einer sexuellen Identität haben kann, ist vielen Eltern wohl nicht bewusst.

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“Selbstbefriedigung wird viel eher den...

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