Wie ein mächtiger TV-Boss in den USA für Trump die Wahrheit verdreht

Josh Groeneveld
24 Sender, eine Botschaft: Die Sinclair Broadcasting Group hat die lokalen Fernsehsender in den USA gleichgeschaltet. 

Vor post-demokratischen Zeiten fürchteten sich die Politikwissenschaftler der 1990er-Jahre. Vor Zeiten also, in denen politische Partizipation der politischen Verdrossenheit weicht, in denen Wahlen nicht mehr frei sondern beeinflusst und die Realität zur Auslegungssache werden. 

In diesem Sinne: Willkommen in der Post-Demokratie der Vereinigten Staaten von Amerika. 

In den USA regiert ein Fernsehstar, ein notorischer Lügner. Die Menschen haben ihn gewählt, weil sie mit dem System Washington abgeschlossen hatten. Weil sie der immer gleichen, immer anstrengenden Politik überdrüssig waren. 

Seitdem erodiert in den USA die Demokratie. Privates Geld und staatliche Macht vermengen sich zu einer gefährlichen Mischung, die sich von US-Präsident Donald Trumps chaotisch geführtem Weißen Haus in einem Strom aus Lügen über das Land ergießt. 

Die Wahrheit ist in den USA unter Trump zum umkämpften Subjekt geworden. Und der Besitzer des größten Fernsehanbieters des Landes will dafür sorgen, dass er derjenige ist, der diesen Kampf gewinnt. 

“Der konservative Gigant”: 173 Fernsehstationen, eine politische Botschaft 

Der Name dieses Mannes ist David D. Smith. Ihm gehört das größte Fernsehimperium der USA, die von seinem Vater gegründete Sinclair Broadcasting Group. Zu diesem Imperium gehören 173 Lokalsender überall in den USA, viele von ihnen Ableger der großen TV-Stationen Fox News, ABC oder NBC. 

Im vergangenen Jahr gab Sinclair zudem bekannt, den Konkurrenten Tribune Media zu kaufen. Wird der Deal von der staatlichen Kontrollagentur genehmigt, kämen 42 weitere Lokalsender kämen zum Portfolio der Firma dazu. Sinclair würde dann über 70 Prozent aller US-Haushalte mit ihren Nachrichten erreichen können. 

Eine unglaubliche Monopolstellung. Und eine gefährliche. 

Denn Sinclair ist keine neutrale Quelle der Berichterstattung, sondern ein “konservativer TV-Gigant”, wie die “New York Times” das Fernsehimperium einmal...

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