Luxus-Boom in China beschert Hermès Rekordergebnis


Luxus lohnt sich: Edle Handtaschen, Uhren und Schmuck sind weltweit derzeit stark gefragt. Das belegt auch die Jahresbilanz, die der französische Luxushersteller Hermès am Mittwoch in Paris vorgelegt hat. In Asien läuft das Geschäft besser, der Markt in China beschert dem Luxushaus, bekannt für seine Seidentücher und Handtaschen, Kelly Bag und Birkin Bag, einen Boom. Der Luxuskonzern, der mit Lederwaren und Artikeln für Pferdeliebhaber berühmt wurde, hat 2017 alle Rekorde gebrochen.

Das operative Ergebnis konnte um 13 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro zulegen, dabei wurde im operativen Geschäft eine Rekord-Rendite von 34,6 Prozent erzielt. Unter dem Strich fiel der Gewinn mit 1,22 Milliarden Euro um elf Prozent höher aus als im Vorjahr. Schon im Februar hatte Hermès einen Rekordumsatz von 5,5 Milliarden Euro verkündet, 8,9 Prozent mehr als 2016.

„Es war ein sehr gutes Jahr, das Wachstum war gesund und sehr profitabel“, erklärte Hermès-Chef Axel Dumas. Innerhalb von zehn Jahren habe sich der Umsatz verdreifacht, das Nettoergebnis mehr als vervierfacht. In China lief es 2017 wieder so gut wie schon seit einem halben Jahrzehnt nicht mehr.


Der Markt in China hatte in den vergangenen Jahren aufgrund der Antikorruptionsbemühungen der Regierung einen Dämpfer erlitten – vor allem die Hersteller teurer Armbanduhren. Aber seit zwei Jahren geht es wieder aufwärts. In Asien stieg der Umsatz für Hermès mit elf Prozent deshalb besonders stark. Auf dem amerikanischen Markt ging es um acht Prozent und in Europa um acht Prozent aufwärts.

Weil die Geschäfte bestens laufen, kündigte Hermès eine Erhöhung der Dividende auf 4,10 Euro pro Aktie an, außerdem soll es eine Sonderausschüttung von fünf Euro je Anteilsschein geben. Im Jahr 2016 lag die Dividende bei 3,75 Euro. Schon 2015 hatte es eine Sonderausschüttung von fünf Euro aufgrund der guten Geschäfte 2014 gegeben.

Der Markt reagierte auf die Zahlen für das vergangene Jahr begeistert. Die Hermès-Titel legten um über drei Prozent zu, seit Anfang des Jahres sind sie schon um fünf Prozent gestiegen, seit sechs Monaten um über elf Prozent und seit drei Jahren um 52 Prozent.

Besonders gut lief es im Bereich der Lederwaren, wo der Umsatz um 9,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro stieg. Das Umsatzplus geht nicht auf gestiegene Preise, sondern auf das Verkaufsvolumen zurück, so Dumas. Im Jahr 2018 sollen deshalb acht neue Geschäfte eröffnet werden, rund 300 gibt es schon weltweit. Für das laufende Geschäftsjahr gab es keine detaillierten Aussichten, aber mittelfristig solle der Umsatz „ehrgeizig“ steigen.

„Made in France“ ist eines der wichtigsten Rezepte für den Erfolg. Das Haus Hermès, das 13.483 Personen beschäftigt, davon rund 8.300 in Frankreich, hat im vergangenen Jahr 400 Personen im Heimatland neu eingestellt, vor allem in den Manufakturen und im Verkauf. In Kürze wird eine neue Fabrik in Ostfrankreich für die Herstellung von Lederwaren neu eingeweiht, der 16. Standort in Frankreich. Lederwaren werden nur in Frankreich hergestellt, so soll Perfektion garantiert werden.

Auch bei den anderen Luxusgruppen läuft es aufgrund des China-Booms bestens. So gab Luxusgigant LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) einen Umsatz von 42,6 Milliarden Euro für das Jahr 2017 bekannt, 13 Prozent mehr als im Vorjahr und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn der Gruppe lag bei über 5,1 Milliarden Euro, ein Anstieg von 29 Prozent.