Lutherstadt Wittenberg und Bayerisch Eisenstein sind die Bahnhöfe des Jahres

Die Grenze verläuft direkt durch den Bahnhof

Die Bahnhöfe von Lutherstadt Wittenberg und Bayerisch Eisenstein sind die besten des Landes. Wie der Lobbyverband Allianz pro Schiene am Freitag mitteilte, kürte eine Expertenjury beide zum Bahnhof des Jahres. Der Neubau in der Lutherstadt in Sachsen-Anhalt überzeugte die Jury in der Kategorie "Alltagsmobilität", der Grenzbahnhof im Bayerischen Wald im Bereich "Tourismusbahnhof".

Der Lutherstadt sei ein "modernes, helles, einladendes Entree zu einem geschichtsträchtigen Ort" mit "viel Liebe zum Detail" gelungen, erklärte die Jury. Der Grenzbahnhof in Bayrisch Eisenstein, der zur Hälfte in Deutschland und zur Hälfte in Tschechien steht, sei ein Ort "gelebter europäischer Grenzkultur" und selbst einen Ausflug wert.

Die Allianz pro Schiene kürt den Bahnhof des Jahres seit 2004. Dazu ruft sie Bahnkunden auf, ihre Lieblingsbahnhöfe zu nominieren. Die Jury aus Experten von Branchenverbänden prüft diese dann vor Ort unter anderem auf Sauberkeit, Anbindung und Integration in die Stadt, ebenso aber auf einen subjektiven Wohlfühlfaktor.

Die Deutsche Bahn zeigte sich "erfreut" über die Wahl. Mit einem kleinen und einem mittelgroßen Bahnhof würden "zwei Stationen fernab von Ballungszentren und Hauptstrecken ausgezeichnet", erklärte das Unternehmen. So stehe beim Bahnhof in Lutherstadt Wittenberg Nachhaltigkeit im Mittelpunkt - im laufenden Betrieb sei der Bahnhof CO2-neutral. Bayerisch Eisenstein sei durch seine Staatsgrenze, die mitten durch das Empfangsgebäude verläuft, "bundesweit einzigartig".