Lungenärzte begrüßen Möglichkeit zu Fahrverboten für Dieselautos

Im Kampf für eine Verbesserung der Luftqualität in Städten und Ballungsräumen wirft der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sie verschleppe das Thema

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Weg für Diesel-Fahrverbote freigemacht - bei Lungenärzten stößt das auf Zustimmung. Kommunen mit hohen Abgaswerten sollten die Fahrverbote nun auch umsetzen, forderte die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) am Dienstag. Wie schädlich Abgase für die Gesundheit sind, zeigen den Experten zufolge Daten aus groß angelegten Studien. Auch Stickoxide könnten sich negativ auf die Lungenfunktion auswirken.

Während die Abgase gesunde Erwachsene wenig beeinträchtigten, seien andere Bevölkerungsgruppen besonders gefährdet, erklärte die Gesellschaft. Dazu gehörten Kleinkinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. "Das Problem ist, dass sich niemand den schädlichen Effekten von Abgasen vollständig entziehen kann", erklärte DGP-Präsident Klaus Rabe. "Es liegt deswegen in der Verantwortung der Kommunen, die Luftreinhaltepläne umzusetzen und zu einer besseren Luftqualität in den Ballungsgebieten beizutragen".

Neben den Fahrverboten als letzte Mittel gehören laut DGP auch eine Ausweitung der Umweltzonen, eine verbesserte Verkehrsorganisation zur Vermeidung des Stop-and-go-Verkehrs sowie eine attraktivere Gestaltung des öffentlichen Nahverkehrs zu den möglichen Maßnahmen. Die Automobilindustrie müsse durch strengere gesetzliche Auflagen dazu bewegt werden, die Abgase ihrer Kraftfahrzeuge zu stärker zu reinigen.