Lufthansa will mehr als 8000 neue Mitarbeiter einstellen

Lufthansa-Schalter auf dem Münchner Flughafen: Die Airline will mehr als 8000 neue Mitarbeiter einstellen. Foto: Matthias Schrader

Deutschland größte Fluggesellschaft stockt Personal und Angebot kräftig auf. Mehr als 8000 Beschäftigte sollen neu eingestellt werden. Zusätzliche Kapazitäten schlagen allerdings auch bei den Kosten durch.

Frankfurt/New York (dpa) - Die Lufthansa will nach der Übernahme von Air-Berlin-Teilen in diesem Jahr Tausende neue Mitarbeiter einstellen. Gut 8000 sollen es insgesamt sein, vor allem Flugbegleiter sind gesucht, wie der Konzern ankündigte.

Sein Flugangebot baut der Konzern ebenfalls aus. Finanzvorstand Ulrik Svensson stellt sich auch deshalb auf deutlich höhere Ausgaben für Kerosin ein - und will weiter an der Kostenschraube drehen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte bereits angekündigt, dass der Konzern in diesem Jahr mehr als 8000 Mitarbeiter neu einstellen werde. Dazu zählen nach Angaben des Unternehmens auch etwa 900 Piloten - darunter viele, die von Lufthansa ausgebildet wurden. Spohr erwartet für 2017 einen Rekordgewinn und in diesem Jahr Bestmarken bei den Passagierzahlen, wie er jüngst der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» sagte.

Die Übernahme von Air-Berlin-Teilen auf Basis von deren Tochter LGW wollte die Lufthansa den Angaben zufolge an diesem Montag vollziehen. Die 17 Propellermaschinen der LGW, 13 Airbus-Mittelstreckenjets und bis zu 900 LGW-Mitarbeiter würden in die Lufthansa-Billigtochter Eurowings integriert. Hinzu kommen sieben Jets des Tui-Ferienfliegers Tuifly, die künftig samt Personal für Eurowings an den Start gehen. Insgesamt soll Eurowings um bis zu 80 Flugzeuge und 2700 Mitarbeiter wachsen.

Von den konzernweit gut 8000 neuen Mitarbeitern in diesem Jahr entfällt rund die Hälfte auf das Kabinenpersonal. Etwa 2500 Stewards und Stewardessen will Deutschlands größte Fluggesellschaft an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München einstellen. Insgesamt sind es mehr als 4000. Auch wenn mit einem Teil der Neueinstellungen vorhandene Stellen nachbesetzt werden, dürfte die Zahl der Mitarbeiter unter dem Strich in diesem Jahr um mehrere Tausend steigen, wie ein Sprecher sagte. Lufthansa beschäftigt konzernweit etwa 130.000 Mitarbeiter.

Sein Flugangebot will der Konzern in diesem Jahr um 12 Prozent ausweiten. Darin enthalten sei ein Plus von 5 Prozent als Folge der Insolvenz von Air Berlin. Seit Mitte 2017 hatte die Lufthansa infolge dieser Insolvenz von einer starken Nachfrage profitiert.

Der Kapazitätsausbau schlägt sich auch bei den Treibstoffausgaben nieder. Für 2018 rechnet die Lufthansa mit Kerosinkosten von 5,9 Milliarden Euro, rund 700 Millionen mehr als im Vorjahr. Bei den Ticketerlösen erwartet der Vorstand zumindest im ersten Quartal einen leichten Anstieg. Für das Gesamtjahr geht Finanzvorstand Svensson von etwa stabilen Stückerlösen aus.

Der Vorstand will die Kosten je angebotenem Sitzplatzkilometer im laufenden Jahr um 1 bis 2 Prozent senken, wie aus einer bereits am Freitagabend veröffentlichten Präsentation Svenssons zu einer Investorenveranstaltung in New York hervorgeht. Währungseffekte und Treibstoffkosten sind dabei herausgerechnet.