Lufthansa schließt Büros, schaltet in einen Wintermodus um

Richard Weiss
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Bei der Deutschen Lufthansa AG hat am Sonntag der Winterflugplan begonnen. Angesichts der Reiserestriktionen und der daraus resultierenden schwachen Nachfrage bedeutet das dieses Jahr auch, dass die Fluggesellschaft in einen “Wintermodus” schaltet.

Konkret werden weitere 125 Flugzeuge am Boden bleiben und große Teile des Verwaltungsbetriebs vorübergehend geschlossen, so das Unternehmen in einem Brief an seine Mitarbeiter am Sonntag. Die aktive Flotte ist damit nur noch so groß wie in den 1970er Jahren

“Der Winter wird zu einer noch größeren Herausforderung”, heißt es in dem vom gesamten Vorstand, einschließlich Carsten Spohr, unterzeichneten Brief. „Zwar ist es uns gemeinsam gelungen, den Mittelabfluss von einer Million Euro pro Stunde zu Beginn der Pandemie auf inzwischen ‘nur noch’ eine Million alle zwei Stunden deutlich zu senken. An der Dramatik der Situation hat sich gleichwohl nichts geändert.“

Die Aktie fiel am Montag um bis zu 6,3% und notierten um 10:45 Uhr 0,5% niedriger. Fraport AG, der Betreiber von Lufthansas größtem Drehkreuz, verlor bis zu 3,7%.

Das Schreiben liefert weitere Details nach der Ankündigung des Unternehmens von letzter Woche, dass Lufthansa maximal 25% des ursprünglich geplanten Winterflugplans anbieten werde, da das Infektionsgeschehen und die daraus resultierenden Reisebeschränkungen die Nachfrage bereits wieder abgewürgt haben. Das Flugprogramm wird nun mit den minimal erforderlichen Ressourcen absolviert und soweit möglich wird kleineres und junges Fluggerät eingesetzt.

Für Eurowings bedeutet das, die Flotte wird nicht einmal mehr 30 Flugzeuge stark sein und die Bürofläche am Flughafen Düsseldorf wird vollständig aufgegeben. Das Lufthansa Aviation Center am Frankfurter Flughafen wird laut Memo ebenfalls bis auf wenige Arbeitsplätze geschlossen.

Arbeitsgespräche

Lufthansa berichtete letzte Woche einen Quartalsverlust, der geringer als von Analysten befürchtet war und der im Vergleich zum zweiten Quartal etwas besser ausgefallen ist. Mit mehr als 10 Milliarden Euro Liquidität zeigte sich die Fluggesellschaft darüber hinaus zuversichtlich, die aktuelle Krise bewältigen zu können.

Dennoch äußerte sich das Management frustriert über die mangelnden Fortschritte mit zwei der großen Gewerkschaften zur Absenkung der Arbeitskosten, eine Voraussetzung für eine Rückkehr zur Profitabilität und schließlich für die notwendige Rückzahlung von rund 9 Milliarden Euro an Staatskrediten, die dem Unternehmen zur Abwendung einer Insolvenz gewährt worden waren. Mindestens 100.000 der heute 130.000 Arbeitsplätze der Gruppe sollen erhalten bleiben, so der Vorstand.

Das Handelsblatt hatte zuvor über den Brief berichtet.

Überschrift des Artikels im Original:Lufthansa Abandons Offices, Parks Planes to Cut Costs in Winter

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