Lothar Matthäus kritisiert Ancelotti: "Müller braucht Trainer, der ihn haben will"

Beim FC Bayern wird Weltmeister Thomas Müller zum Politikum. Ex-Sportdirektor Matthias Sammer sieht dabei die zwei Seiten der Medaille.

Lothar Matthäus hat Carlo Ancelotti dafür kritisiert, dass der Trainer des FC Bayern München Thomas Müller zu sehr in seinen Freiheiten einschränke und zudem zu wenig an dessen Qualitäten glaube.

"Thomas Müller hat einen schweren Stand bei Bayern, ist aber in der Nationalelf gesetzt", sagte Matthäus im kicker (Montagsausgabe). "In den wichtigen Spielen in München wurde er weniger eingesetzt; und ich bin skeptisch, dass sich das in diesem Jahr verbessert, was nicht an ihm liegt: Er braucht einen Trainer, der ihn in seiner Elf haben will, dann wird ihn Müller nicht enttäuschen."

Die taktischen Anweisungen an Müller kann der Weltmeister von 1990 indes ebenfalls nicht nachvollziehen. "Müller ist kein Siebener, kein Neuner, kein Zehner, er ist alles und zwischendrin. Carlo Ancelotti denkt und handelt jedoch streng positionsbezogen."

Müller findet klare Worte

Auch Müller selbst machte seinem Unmut nach dem 2:0 des Rekordmeisters bei Werder Bremen Luft. "Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will. Meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt", sagte er dem Bayerischen Rundfunk

Gegen Werder hatte er zu Beginn auf der Bank Platz nehmen müssen und war erst in der 73. Minute für Franck Ribery eingewechselt worden. Müller ist in der aktuellen Saison noch ohne Pflichtspieltor. In der letzten Saison hatte er nur fünf Bundesligatreffer erzielt. 2015/16, in der letzten Spielzeit unter Pep Guardiola, waren es noch 20 (32 Pflichtspieltore) gewesen.