Londoner Gericht stoppt Auslieferung eines britischen Hackers an die USA

Lauri Love wird nicht an die USA ausgeliefert

Ein Londoner Berufungsgericht hat die Auslieferung eines britischen Hackers an die USA gestoppt. Mit seiner Entscheidung vom Montag hob das Gericht den Auslieferungsbefehl des britischen Innenministeriums gegen Lauri Love aus dem Jahr 2016 auf. Ein Grund für das Urteil war die schlechte psychische Verfassung des 33-Jährigen.

Love, der neben der britischen auch die finnische Staatsangehörigkeit besitzt, wird in den USA vorgeworfen, er habe sich in den Jahren 2012 und 2013 in die Netzwerke unter anderem der Notenbank Federal Reserve, der Armee und der Raumfahrtbehörde Nasa gehackt. 2013 war er deshalb in seiner Londoner Wohnung festgenommen worden.

Drei Jahre später hatte ein Londoner Gericht dem Auslieferungsantrag der USA stattgegeben. Das britische Innenministerium stimmte dem zu. Love ging gegen das Urteil in Berufung. Er fürchtete nach eigenen Angaben um seine Gesundheit, falls er in ein US-Gefängnis müsse. Love leidet unter Depressionen und dem Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus.

Der Stopp der Auslieferung wurde im Gerichtssaal mit Beifall aufgenommen. Love zeigte sich "dankbar und erleichtert". Er werde nun nicht "99 Jahre" in einem Land eingesperrt, in dem er nie gewesen sei, sagte er. Das Urteil schaffe darüber hinaus einen Präzedenzfall der verhindere, "dass das anderen passiert".

Die Kanzlei Kaim Todner, die Love vor Gericht vertreten hatte, bezeichnete das Urteil in einer Mitteilung als "Grundsatzentscheidung". Das britische Rechtssystem habe entschieden, dass es den Fall selbst regeln wolle.