London weist Moskau die Schuld für Cyber-Angriff "NotPetya" zu

Die USA haben Russland für die Cyber-Attacke "NotPetya" verantwortlich gemacht und Moskau "internationale Konsequenzen" angedroht. Zuvor hatte bereits Großbritannien der russischen Regierung vorgeworfen, hinter "NotPetya" gesteckt zu haben

Großbritannien hat der russischen Regierung vorgeworfen, hinter der Cyber-Attacke "NotPetya" vom Juni 2017 gesteckt zu haben. "Die britische Regierung ist davon überzeugt, dass die russische Regierung und insbesondere das russische Militär für die zerstörerische Cyber-Attacke NotPetya im Juni 2017 verantwortlich waren", erklärte der britische Außenstaatssekretär Tariq Ahmad am Donnerstag in London.

Die Schadsoftware "NotPetya" hatte damals weltweit tausende Computer befallen. Die Attacke begann am 27. Juni in der Ukraine und Russland und breitete sich von dort weiter aus. Betroffen waren vor allem international agierende Unternehmen sowie wichtige Infrastruktur. So traf der Angriff unter anderem die Strahlenmessung an der Ruine des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl sowie die Häfen in Mumbai und Amsterdam.

Aus Moskau kam am Donnerstag umgehend ein Dementi. "Wir weisen solche Anschuldigungen kategorisch zurück", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Es handele sich bei den Anschuldigungen um die Fortsetzung einer "russenfeindlichen Kampagne". Die Vorwürfe aus London seien "unbegründet und gegenstandslos".

"NotPetya" nutzte, wie bereits im Mai 2017 die Schadsoftware "WannaCry", eine Schwachstelle auf Microsoft-Rechnern aus. Auf infizierten Rechnern wurden Daten verschlüsselt und Nutzer aufgefordert, 300 Dollar in der Internet-Währung Bitcoin zu überweisen. Ansonsten würden die Daten gelöscht.

Auch deutsche Unternehmen waren betroffen. Beim Konsumgüterkonzern Beiersdorf fielen über mehrere Tage Teile der Produktion aus. Das Milka-Werk des US-Lebensmittelkonzerns Mondelez im baden-württembergischen Lörrach stand mehrere Tage komplett still. Weitere global tätige Unternehmen wie die dänische Großreederei Maesk, der russische Energiekonzern Rosneft sowie der US-Pharmakonzern Merck berichteten ebenfalls von Problemen. Es entstanden Schäden in Millionenhöhe.

Als Reaktion auf die Attacke verstärkte die EU-Kommission ihr Engagement bei der Bekämpfung von Cyberangriffen. Unter anderem wurden 10,8 Millionen Euro für die Unterstützung sogenannter Reaktionsteams in den Mitgliedstaaten freigegeben.