London stoppt Zusammenarbeit mit den USA im Fall zweier IS-Verdächtiger

Kotey (r.) und Sheikh waren Mitglieder des IS

Großbritannien hat die Zusammenarbeit mit den USA im Fall zweier Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gestoppt. Das Innenministerium teilte am Freitag mit, es habe einer "Kurzzeitpause" bei der gegenseitigen Rechtshilfe zugestimmt. Damit habe das Ministerium auf die Anfrage des Rechtsbeistandes der Familie eines der Verdächtigen reagiert, erklärte ein Sprecher.

London hatte am Montag erklärt, dass es Geheimdienstinformationen mit den USA teilt, damit Alexanda Amon Kotey und El Shafee el-Sheikh der Prozess gemacht werden könne. Innenminister Sajid Javid sah sich daraufhin scharfer Kritik ausgesetzt, weil er sich von den USA nicht die Zusage hatte geben lassen, dass den beiden nicht die Todesstrafe droht, falls sie ausgeliefert werden.

Die beiden waren Mitglieder einer vierköpfigen IS-Zelle in Syrien, die wegen ihrer britischen Akzente "Die Beatles" genannt wurde. Sie wurden für grausame Enthauptungsvideo bekannt und sollen den US-Journalisten James Foley sowie viele westliche Mitglieder von Hilfsorganisationen getötet haben. Überlebende berichteten, sie seien von ihren Bewachern geschlagen und gefoltert worden. Die beiden IS-Kämpfer sollen Anfang des Jahres in Syrien von mit Washington verbündeten Kämpfern gefasst worden sein.

Zu der Zelle soll auch "Jihadi John" gehört haben, der mit wirklichem Namen Mohammed Emwazi hieß und 2015 bei einem Luftangriff getötet worden sein soll. Der vierte, Aine Davis, kam in der Türkei ins Gefängnis.

Der Sprecher des Londoner Innenministeriums sagte nun, die britische Regierung fühle sich weiterhin verpflichtet, "diese Männer zur Rechenschaft zu ziehen und wir sind zuversichtlich, dass wir in völliger Übereinstimmung mit dem Gesetz gehandelt haben".

Sicherheitsminister Ben Wallace hatte am Montag gesagt, er erwarte nicht, dass den beiden Männern in Großbritannien der Prozess gemacht werden könne. Wallace sagte zudem, Kotey und el-Sheikh seien keine britischen Staatsbürger. Medienberichten zufolge wurde ihnen in einem ungewöhnlichen Schritt ihre Staatsbürgerschaft aberkannt.