Lok Leipzig verteidigt Einlauf-Verbot für Kinder

Nadine Anna Münch, Sportinformationsdienst (SID)
Die Jugendspieler von Lok Leipzig dürfen nicht mit RB Leipzig einlaufen

RB Leipzig polarisiert, selbst in der eigenen Stadt. 

In der Messestadt besteht eine große Rivalität zwischen dem Bundesligisten und Traditionsklub 1. FC Lok Leipzig. Die Zwietracht der Lokalrivalen ist so groß, dass jetzt sogar der Fußball-Nachwuchs der Stadt zwischen die Fronten gerät. 

"Lok und RB, das geht nicht"

Wie die Leipziger Volkszeitung am Mittwoch berichtete, sprach Lok Leipzig seinen E-Jugend-Spielern ein Verbot aus, bei einem Heimspiel von RB als Einlaufkinder aufzutreten.

Durch den Gewinn des Stadtpokals im vergangenen Juni (damals noch als F-Jugend-Spieler) hatten die Lok-Nachwuchsspieler einen Gutschein gewonnen, der ihnen zusagte, an der Hand der Bundesliga-Stars ins Stadion einzulaufen.

Doch die Sieger hatten sich zu früh gefreut. Die Vereinsspitze von Lok verbot die Einlösung des Gutscheins: "Lok und RB, das geht nicht", sagte Präsident Thomas Löwe.

Kritik auch am Verband

Löwe äußerte zudem Kritik an der Stadt Leipzig und am Fußballverband der Stadt als Ausrichter des Stadtpokals.

"Wer in Leipzig ein Kind bekommt oder hierherzieht, bekommt ein RB-Geschenk, und jetzt geht es auch noch über den Verband, der zur Neutralität verpflichtet ist. Da sollen sich die Herren auch mal hinterfragen", sagte er der Leipziger Internetzeitung.

Der Fußballverband kann das Verhalten der Lok-Verantwortlichen nicht verstehen. "Da wird Rivalität auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Das ist aus meiner Sicht der völlig falsche Weg“, sagt Präsident Dirk Majetschak der WELT

Löwe verteidigt dagegen die Klub-Entscheidung, auch mit dem Hintergrund, dass seit 2009 viele Lok-Jugendspieler von RB abgeworben worden seien: "Für mich wäre das ein Treppenwitz der Geschichte, wenn wir acht Jahre später eine Nachwuchsmannschaft von uns zu RB als Einlaufkinder schicken würden."

Einlauf mit Gladbach statt mit RB

Nachdem sich daraufhin empörte Eltern an die Vereinsführung gewandt hatten, kümmerte sich Vizepräsident Stephan Guth um eine Alternative.

Statt bei RB läuft der Lok-Nachwuchs bei der Bundesliga-Partie von Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen am 21. Oktober ein.