LMP1 2018/19: Versteckte Werkseinsätze ohne Hybrid möglich

Rebranding macht's möglich: LMP1 geht künftig auch ohne Hybrid


Der ACO geht den nächsten Schritt bei den großen Umwälzungen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Nachdem der Kalender verkündet wurde und das LMP1-Feld für die "Supersaison" 2018/19 Form annimmt, wurden nun einige LMP1-Bestimmungen für Hybrid und Nicht-Hybrid festgelegt. Das Ergebnis ist ein Kompromiss, der es Herstellern theoretisch ermöglicht, einen LMP1-non-hybrid kostengünstig an den Start zu bringen.

Konkret sieht das Regelwerk laut 'Sportscar365' vor, dass ein Hersteller über ein Privatteam einen LMP1-Nichthybriden in der WEC an den Start bringen kann. Allerdings gilt das nur, wenn das Chassis und der Motor von einem unabhängigen Hersteller angefertigt werden. Das gesamte Fahrzeug könnte dann ein Hersteller-Branding bekommen. Reine Werkseinsätze mit selbst gebauten Fahrzeugen sind weiterhin nicht möglich.

Ähnlich macht es Alpine seit Jahren in der LMP2-Kategorie. Hier werden diverse Oreca-LMP2-Chassis einfach umgetauft. Die Franzosen wissen noch immer nicht, was sie nach 2017 machen werden. Der Passus stellt zweifellos ein kleines Zuckerbrot in Richtung der Renault-Tochter dar. Derzeit deutete jedoch vieles auf einen LMP2-Verbleib hin.

Gleichzeitig garantiert der ACO den bisherigen Lebenszyklus der LMP1-Nichthybriden bis zum Ende der Saison 2020/21. Die jetzt entwickelten Boliden können also für mindestens dreieinhalb Jahre eingesetzt werden.

Team-Weltmeisterschaft löst Hersteller-WM ab

Nach dem Ausstieg von Audi und Porsche nach der WEC-Saison 2017 ist auch die Herstellerwertung obsolet geworden. Nachdem Toyota voraussichtlich als einziger werksseitiger Hersteller übrig bleiben und neben zahlreichen Privatteams in der Prototypen-Topkategorie an den Start gehen wird, wird der Meisterschaftsmodus in der LMP1 geändert. Eine Hersteller-Weltmeisterschaft hätte mindestens zwei eingeschriebene Werke erfordert. Deshalb wird diese eingestellt.

Der ACO reagiert mit einem Kniff: Statt einer Hersteller- wird es künftig eine Teamwertung geben. Für Toyota ändert sich in diesem Falle nur, dass man nicht mehr wie bis jetzt als "Toyota" aufgeführt werden würde, sondern als "Toyota Gazoo Racing". Die Einschreibungskosten für die neue Meisterschaft sollen 200.000 Euro betragen und nur das bestplatzierte Fahrzeug eines Teams wäre punkteberechtigt.

Einen solchen Modus gab es bis 2013 auch schon einmal in der Hersteller-WM. Toyota nutzte damals diesen Passus, um bei mehreren Rennen nach den 24 Stunden von Le Mans nur ein Auto an den Start zu bringen. Ab 2014 waren als Reaktion darauf zwei Fahrzeuge für die Teammeisterschaft punkteberechtigt.

Die Fahrermeisterschaft bleibt derweil unangetastet, der WM-Titel wird weiterhin bestehen bleiben. Die neue Regel muss noch vom FIA-Weltrat abgenickt werden; die nächste Sitzung ist für den 6. Dezember anberaumt.

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