Nach Liverpool-Pleite: Hoffenheim 2:2 bei Bayer

SID
Nach Liverpool-Pleite: Hoffenheim 2:2 bei Bayer

Nach der Lehrstunde an der Anfield Road beim FC Liverpool hat 1899 Hoffenheim nur dank einer gehörigen Portion Glück den nächsten Rückschlag verhindern können. Drei Tage nach dem 2:4 bei den Reds von Teammanager Jürgen Klopp in den Play-offs zur Champions League kamen die Kraichgauer in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen nach zweimaligem Rückstand zu einem schmeichelhaften 2:2 (0:1).
Der Brasilianer Wendell (32., Foulelfmeter) brachte die gut spielenden Werkskicker in Führung. Der Südamerikaner hatte allerdings Glück, dass der Ball vom Innenpfosten über die Linie sprang. Vorausgegangen war eine Attacke von Ermin Bicakcic an Nationalspieler Julian Brandt im Strafraum. 
Aus dem Nichts traf Andrej Kramaric (47.) zum überraschenden 1:1-Ausgleich. Doch 120 Sekunden später brachte der überragende Karim Bellarabi (49.) die Gastgeber wieder in Front. Mark Uth (70.) traf zum erneuten Ausgleich, der nicht verdient war. 
Die Rheinländer trumpften bei der Heimpremiere des neuen Coaches Heiko Herrlich vor 27.106 Zuschauern lange Zeit auf, zeigten flüssige Kombinationen und attraktiven Offensivfußball. Allerdings vergaben sie wie zuletzt in München auch zu viele Chancen.
Dagegen blieb bei den Hoffenheimern vieles Stückwerk, geglückte Angriffsaktionen der Elf von Trainer Julian Nagelsmann waren Mangelware. Der 1899-Coach sorgte gegenüber dem Liverpool-Match gleich für fünf Änderungen in seiner Formation. Pavel Kaderabek, Havard Nordtveit, Kerem Demirbay (alle Bank), Serge Gnabry und Dennis Geiger (jeweils nicht im Kader) wurden durch Bicakcic, Jeremy Toljan, Lukas Rupp, Nadiem Amiri und Uth ersetzt.
Die TSG geriet allerdings von Anfang an unter Druck. Bayer hatte durch Bellarabi (9.), Kevin Volland (16.) und zweimal Charles Aránguiz (25./26.) gute Möglichkeiten. Demgegenüber stand nur eine Reklamation von Hoffenheims Mittelstürmer Sandro Wagner (29.) nach einem vermeintlichen Foulspiel an ihm im Strafraum. Schiedsrichter Harm Osmers befragte den Video-Assistenten und entschied richtigerweise auf Weiterspielen.
Die größte Chance zur Resultatserhöhung in der ersten Halbzeit hatte Dominik Kohr auf dem Fuß (38.), doch nach schöner Vorarbeit von Volland vergab er aus fünf Metern kläglich. Eine Woche nach dem unglücklichen 1:3 bei Meister Bayern München zeigte Bayer eine starke Leistung.
Der unverdiente Ausgleich änderte nichts, denn Bayer schaffte das psychologisch wichtige 2:1 quasi im Gegenzug. Danach ließ Leverkusen Ball und Gegner laufen. Die TSG fand kein Mittel gegen das druckvolle Spiel der Hausherren. Bellarabi (58.) traf nur das Außennetz. Doch Uth gelang der 2:2-Gleichstand.
Die Bestnoten bei Bayer verdienten sich Bellarabi, Brandt und Sven Bender. Bei den Hoffenheimern konnten sich nur mit Abstrichen Kramaric und Vogt auszeichnen.