Wegen Kimmich: Löw mit flammendem Appell

SPORT1
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Die deutsche Nationalmannschaft ist derzeit oftmals scharfer Kritik ausgesetzt. Zudem kämpft der DFB gegen das schwindende Interesse der Fans an. Das ist vor allem anhand schlechter Einschaltquoten im Fernsehen zu erkennen.

Joachim Löw hat bei der Pressekonferenz des DFB-Teams aber nicht nur darauf reagiert, sondern auf die steigende Zahl der Verletzungen."Es war vorauszusehen", sagt er etwa über die schwere Verletzung von Joshua Kimmich.

Die Pressekonferenz zum Nachlesen im TICKER.

+++ Löw über Kimmichs Verletzung +++

"Es war vorauszusehen. Wir haben jetzt erst zwei Monate gespielt. Die Probleme aber werden noch viel größer. Wenn wir Trainer jetzt nicht vernünftig sind, haben wir im nächsten Jahr ein Riesenproblem. Es hat schon einen Grund, dass sich die Spieler jetzt verletzen. Das war im September schon absehbar. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen für den Terminplan jetzt mal die Köpfe zusammenstecken. Der Terminplan ist zu voll."

+++ Löw über Kritik an ihn und Bierhoff +++

"Wir waren 2018 wahnsinnig weit unten, 2019 sind wir schneller als vielleicht manch andere Nation wieder nach oben gekommen. Wir stehen zu den Fehlern, die wir machen. Wir hinterfragen uns selbst immer wieder. Wir stehen hinter den jungen Spielern, das wird sich lohnen."

+++ Löw über Müller +++

"Derzeit plane ich ohne Müller, Hummels und Boateng. Sollte sich die Situation vor der EM völlig neu darstellen, können wir noch mal darüber nachdenken. Momentan sehe ich keinen Grund."

+++ Löw über Götze +++

"Mich freut es wahnsinnig für ihn. Sein Tor im Finale 2014 war natürlich sehr wichtig, aber in der Folge für ihn auh ein Rucksack. Ich habe seine Entscheidung, die Bundesliga zu verlassen, mitgetragen. Jetzt ist er wieder spielfreudig und agil. Aber jetzt müssen wir ihm erst einmal Zeit geben, er hat lange nicht gespielt."

++ Löw über neue Spieler +++

"Auch die neuen Spieler werden morgen höchstwahrscheinlich zu ihren ersten Länderspielen kommen. Morgen werden Thilo Kehrer und Robin Gosens nicht spielen können, Benny Henrichs ist fraglich. Max hatten wir schon lange auf dem Zettel. Seine Stärken sind die Offensive, Flanken und Standards. Auch bei ihm habe ich geplant, dass er zum Einsatz kommt.

+++ Löw über Belastungsteuerung +++

"Wir haben uns entschieden, dass die Spieler, die über den Sommer sehr viel gespielt haben, erst am Donnerstag kommen. Sie werden jetzt auch erstmal regenieren. Aber wenn sie gesund sind, sind sie in der Lage, auch am Samstag und Dienstag zu spielen."

+++ Löw über die Probleme in der Vorbereitung +++

"Die Vorbereitung ist für alle Trainer derzeit sehr schwer, weil sich durch Covid innerhalb von zwei, drei Tagen ändern kann. Da muss man viel improvisieren. Wer genau von den Tschechen aufläuft, wissen wir nicht. Aber wir kennen ihre Spielweise."

+++ Löw über Tschechien +++

"Die Tschechen verfügen über eine große Spielstärke und haben eine klare Idee. Sie technisch versiert und spielen keinen Hauruck-Fußball."

+++ Löw über Impfstoff +++

"Ich bin schon erleichtert, wenn man solche Nachrichten hört. Uns haben die Zuschauer gefehlt, wir sehnen uns nach Normalität. Es wäre sehr wünschenswert, wenn durch den Impfstoff auch vorbeugend die Menschen geschützt werden können und eine hohe Immunität hergestellt werden kann."

+++ Löw über Reus +++

"Ich war mir mit Lucien Favre schnell einig, dass er die nächsten 14 Tage nutzt, um gut durch den Winter zu kommen. Wir hoffen, dass er stabil bleibt und uns danach helfen kann. Jetzt ist aber nicht die richtige Zeit, ihn schon zu berufen."

+++ Löw über Aufstellung gegen Tschechien +++

"Kevin Trapp wird im Tor stehen. Ilkay war erst am Sonntag bei einem sehr schweren Spiel dabei. Für mich ist er am Samstag und Dienstag wichtiger. Bei ihm muss man wegen der Krankheit, die er hatte, vorsichtig sein. Wer beginnt, ist Tony Rüdiger und Robin Koch. Mit Waldschmidt bin ich zufrieden. Er hat in Lissabon auch einen guten Einstand gehabt. Julian Brandt wird morgen auch beginnen.

+++ Löw über die Situation rund um das DFB-Team +++

"Ich sehe das als Entwicklung, die wir eingeleitet haben, um junge Spieler zu entwickeln. Die Pandemie tangiert den Fußball. Wir sind natürlich froh, dass wir unserem Beruf nachgehen können. Das bedeutet aber auch, dass wir eine große Verantwortung haben, was unser Verhalten betrifft. Im März 2019 haben wir den Umbruch ganz bewusst eingeleitet. Uns ist auch bewusst, dass es immer wieder Rückschläge geben kann. Es macht sehr viel Spaß, mit den jungen Spielern zusammenzuarbeiten. Sie wollen alles geben, was ihnen möglich ist. Man spürt eine große Energie."

+++ Trapp über Status als Nationalspieler +++

"Ich habe schon immer gesagt, dass ich es in den Kreis der Nationalmannschaft schaffen will. Schon als ich die Nationalmannschaft in Frankfurt habe trainieren sehen. Ich bin immer stolz, wenn ich das Nationaltrkot trage. Man hat damit auch eine große Verantwortung."

+++ Trapp über Corona-Fälle +++

"Wie Ilkay schon gesagt hat: bei Corona weiß man nie, da steht viel in den Sternen. Wenn das Spiel aber stattfindet, gehe ich schwer davon aus, dass wir sicher sind."

+++ Trapp über die Stimmung ums DFB-Team +++

"Es ist schon so, dass die Kritiken an der Nationalmannschaft sehr negativ sind. Daran sind wir natürlich auch irgendwo selbst schuld. Aber man sollte eben auch respektieren, dass so ein Umbruch nicht von heute auf morgen funktioniert. Wir haben aber sehr junge Spieler und viel Qualität dabei, so dass wir in Zukunft wieder erfolgreicher sein werden."

+++ Trapp über Defensive +++

"Wenn man in zwei Spielen sechs Gegentore bekommt, kann hinten was nicht stimmen."

+++ Gündogan über die Folgen von Corona +++

"Ich habe Corona vor meiner Erkrankung nicht für voll genommen. Danach hat sich meine Einstellung dazu verändert. Das macht nicht nur körperlich was mit einem. Für mich war es am schlimmsten, als mich mein Großvater angerufen hat und fast das ganze Telefonat hindurch geweint hat. Das hat mir gezeigt, dass er sich große Sorgen um mich, aber auch um sich gemacht hat. Das Gespräch werde ich nie vergessen, weil es mich so berührt hat. Aus Respekt vor meinen Liebsten, werde ich sehr verantwortungsvoll umgehen."

+++ Gündogan über Kimmich und Hummels +++

"Es tut mir für Joshua sehr leid. Er wird als Führungfigur wegfallen. Wir werden versuchen, vorne wegzugehen. Aber jeder auf seine eigene Weise. Ich habe Mats nicht als Alphatier wahrgenommen. Deshalb glaube ich nicht, dass er die Hierarchie durcheinander bringen würde."

+++ Gündogan über Corona und Impfstoff +++

"Man freut sich, dass ein Impfstoff bald kommt. Wir sehnen uns natürlich danach, wieder vor Fans zu spielen. Da kommt dann wieder mehr Emotion auf. Am wichtigsten ist aber die Gesundheit. Auch als ich infiziert war, habe ich eher an die Leute um mich herum gedacht. Ich habe meine Erkrankung zwar gut überstanden, hatte aber auch starke Symptome. Als ich ins Training wieder eingestiegen bin, hat mich das Virus schon zu schaffen gemacht. Denn das Virus steckte wohl noch in mir drin. Jetzt bin ich aber wieder vollkommen fit."

+++ Gündogan über Stimmung um die Nationalmannschaft +++

"Ich habe schon eine pessimistische Stimmung um die Nationalmannschaft festgestellt. Es scheint so, als ob die Fans zurzeit nicht große Lust auf die Nationalmannschaft haben."

+++ Gündogan über sein Kapitäns-Amt +++

"Ich gehe davon aus, dass ich Kapitän bin. Ich bin einer der erfahrenen Spieler und versuche das durch Leitung zu rechtfertigen. Ich werde auch den jungen Spielern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen."

+++ Gündogan über Bierhoff-Appell +++

"Grundsätzlich ist es schön, wenn sich der DFB-Direktor vor einen stellt. Wir als Spieler haben es aber insofern leicht, dass wir unsere Bewertung mit unserer Leistung beeinflussen können."

+++ Ilkay Gündogan startet +++

Mit dem Mittelfeldspieler geht es los. "Es fühlt sich immer gut an zu deutschen Nationalmannschaft zu kommen. Ich freue mich auf die Spiele. Ich freue mich auch, dass ich nach der nicht ganz freiwilligen Pause wieder Spieler bestreiten kann."

+++ Bierhoff: "Mir tut das weh" +++

Vor allem die von Bundestrainer Joachim Löw nun verstärkt eingesetzten unerfahrenen Akteure standen zuletzt verstärkt in der Kritik. "Mir tut es weh, wie mit den jungen Spielern umgegangen wird. Da zieht eine dunkle Wolke über der Nationalmannschaft auf. Es geht mir nicht um die Kritik, aber um die Tonalität und die Stimmung, die hineintransportiert wird", wurde Bierhoff emotional.

+++ Löw überrascht mit Götze-Aussagen +++

Vor dem Auftakt des Länderspiel-Hattricks mit Partien gegen Tschechien, die Ukraine und Spanien sorgte Bundestrainer Joachim Löw zudem für eine Überraschung und machte die Tür zu einem Comeback von Mario Götze in der Nationalmannschaft auf. Der 28-Jährige blüht bei Eindhoven wieder auf. "Wir haben ihn natürlich im Auge", hatte Löw gesagt. "Der Kontakt ist da."