Literatur: Roland Schimmelpfennig ist kein Typ für eine Schreibblockade

Hat sich beim Schreiben frei gefühlt: Roland Schimmelpfennig

Es war klar, dass das wieder ein Roman werden muss. Schon das erste Bild, eine schwimmende Stadt, das gehört klar zwischen zwei Buchdeckel, und nicht auf die Bühne, findet er. Für die schreibt Ronald Schimmelpfennig ja hauptsächlich, auch erfolgreich. Der Berliner Dramatiker zählt zu den meist gespielten in Deutschland. Im vergangenen Jahr hat er zum ersten Mal einen Roman auf den Markt gebracht, "An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts" ist gleich auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet, und Schimmelpfennig hat Blut geleckt. Wir treffen ihn an der Zionskirche in seinem Heimatkiez, Prenzlauer Berg. Als er kommt, trägt er seinen Motorradhelm spazieren, der kommt auch auf's Foto. Aber ein Motorrad sehen wir nirgends.

Beim Roman muss er keine Rücksicht nehmen, ob etwas auf die Bühne passt, erzählt er gleich zu Beginn, diese schwimmende Stadt zum Beispiel, oder ob der Dialog Pfiff hat. "Das Theater verzeiht einem keine Langweile", sagt er. Wer schon mal einen langweiligen Roman gelesen hat, der weiß: Auch ein Roman verzeiht einem keine Langeweile. Dann legt man das Buch nämlich einfach weg. Aber was Schimmelpfennig meint, ist: Theater lebt vom Dialog, der Roman nimmt sich Zeit zum Erzählen. Und das gefällt ihm. Deswegen hat er nun seinen zweiten Roman veröffentlicht: "Die Sprache des Regens".

Prosa ist intimer als Theater, findet Schimmelpfennig

Dass sein Debüt gleich auf die Shortlist gekommen ist, das hätte Druck ausüben können auf ihn. ...

Lesen Sie hier weiter!