Literatur: In den Fußstapfen des Vaters

Für ihren Roman hat sie mehrere Jahre recherchiert: Theresia Enzensberger

Schreiben, bloß um Schriftstellerin zu sein, das will sie nicht. Vielleicht weil sie es aus dem Elternhaus kennt, weil sie weiß, Schreiben ist ein Beruf wie jeder andere, Arbeit nämlich. Weil sie genau weiß, dass es viel weniger mondän ist, viel weniger schillernd, als man denkt. Theresia Enzensberger (Jahrgang 1986) hat nun ihren ersten Roman veröffentlicht, "Blaupause". In dem rüttelt die Berlinerin die 20er-Jahre wach, so funkelnd wie die nie endenden Partys dieser Dekade, und so kompromisslos, dass man sich freut, 90 Jahre später zu leben.

Den Roman hat sie nicht geschrieben, weil sie unbedingt schreiben wollte. Das hat sie ja sowieso schon gemacht, für die "FAZ" und "Zeit Online" zum Beispiel, bloß journalistisch und keine so lange Geschichte. "Ich wollte dieses Buch schreiben, weil ich wollte, dass so ein Buch existiert", sagt Enzensberger mit einer Dringlichkeit, die ihr weiches Gesicht scharf zeichnet, und zieht an ihrer Zigarette. Enzensberger ist, der Name verrät es schon, die Tochter des gleichnamigen Literaten, Hans Magnus Enzensberger.

Ja, ihr Buch hält sie auch für einen feministischen Text

Ob Bücher in ihrer Kindheit daher eine größere Rolle gespielt haben, das weiß sie nicht. Auch ob ihr Vater nun stolz sei auf sie und den Roman gern gelesen habe, lässt die Berlinerin plötzlich sehr wortarm werden. Da runzelt sie die Stirn und pustet den Rauch so zögerlich von sich fort, als wünschte sie, das wären diese andauernden Fragen nach ihrem Vater, die man wegpusten könn...

Lesen Sie hier weiter!