Litecoin-Gründer verkauft alle seine Litecoins


Charlie Lee hat im Jahr 2011 den Programmiercode für die Kryptowährung Litecoin veröffentlicht und arbeitet seitdem daran, die Währung bekannt und erfolgreich zu machen. Vor allem in den vergangenen Monaten hat sich der Kurs im Schatten des Erfolgs des bekannteren Bitcoin extrem gesteigert. An einem Tag im Dezember verdoppelte sich der Wert der Währung. Seit Jahresbeginn ist der Preis eines Litecoins um den Faktor 75 gestiegen.

In einem Posting im sozialen Netzwerk Reddit teilte der Software-Ingenieur aus San Francisco jetzt mit, zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren keinen Litecoin (LTC) mehr zu besitzen. Nur einige symbolische echte Münzen – geprägte Sammlerstücke, die den Zugangscode zu einem virtuellen LTC enthalten –, besitze er weiterhin.

Er habe den Entschluss zum Verkauf gefasst, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden. Als Gründer habe er mit seinen Tweets oder Äußerungen einen so hohen Einfluss auf die Währung, dass ihm bei vielen Aussagen ein persönliches Motiv unterstellt worden sei. So habe es Vermutungen gegeben, er würde auf fallende Kurse des Litecoins setzen. Vor anderthalb Wochen hatte Lee beispielsweise gewarnt, dass der Kurs des Litecoins auch drastisch fallen könne.


In dem Reddit-Beitrag über den Verkauf sagt Lee nicht, wie viele Litecoin er verkauft hat und zu welchem Preis und bittet, nicht danach zu fragen. Es handele sich aber um einen kleinen Teil des täglichen Handelsvolumens und sein Trade habe „nicht den Markt gecrasht“.

Ein Litecoin ist derzeit etwa 332 Dollar Wert und damit 4,6 Prozent weniger als am Vortag. Das Jahreshoch von Dienstag liegt bei 375 Dollar, die gesamte Währung hat eine Marktkapitalisierung von 18 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: die größte Kryptowährung Bitcoin ist aktuell rund 290 Milliarden Dollar schwer.

Lee betonte, dass sein Verkauf kein gefallenes Vertrauen in die Währung bedeute. „Ich werde weiterhin alle meine Arbeitszeit darauf verwenden, an Litecoin zu arbeiten“, schreibt er. „Wenn Litecoin Erfolg hat, werde ich weiterhin auf vielen Wegen davon profitieren, aber nicht mehr über den Besitz von Münzen.“ Das sei ein verrücktes Gefühl, aber auch erfrischend.