Litauen will an Grenze zu Belarus weiter Migranten zurückweisen

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VILNIUS (dpa-AFX) - Litauen will trotz zunehmend kälterem Wetter weiter Migranten zurückweisen, die illegal über die Grenze zum benachbarten Belarus in das EU-Land kommen wollen. "Wir werden die Strategie nicht ändern, weil die Entscheidung zum Schutz unserer Grenzen getroffen wurde und wir sie schützen werden. Das muss ich klar festhalten", sagte Innenministerin Agne Bilotaite der Agentur BNS zufolge am Dienstag in Vilnius. Mit Blick auf an der Grenze zu Belarus festsitzende Migranten fügte sie hinzu: "Natürlich muss humanitäre Hilfe geleistet werden, und sie wird bereitgestellt".

Die Regierung in Vilnius beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen.

Litauen hat seitdem mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten über Belarus zu kämpfen - fast 4200 Flüchtlinge überquerten illegal die grüne Grenze. Das EU-Land hat deshalb den Ausnahmezustand ausgerufen und mit dem Bau eines Zauns begonnen. Seit Anfang August weist der litauische Grenzschutz Migranten ab, die bisher angekommenen Flüchtlinge wurden in Auffanglager gebracht.

Nach Angaben des Innenministeriums sollen bis zum 1. Oktober alle Migranten aus vorübergehenden Einrichtungen in richtige Unterkünfte überführt werden - darunter auch eine vormalige Justizvollzugsanstalt und Wohnheime. Aus Unzufriedenheit mit den Lebensbedingungen kam es wiederholt zu Protesten unter Migranten - erst am Wochenende entkamen gut 20 Flüchtlinge aus einem Lager in Rukla. Nicht alle von ihnen konnten bislang von der Polizei wieder aufgegriffen werden.

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