Litauen will sich besser auf nationale Nofälle vorbereiten

Litauen will sich besser auf nationale Nofälle vorbereiten

Litauen hat eine Kampagne gestartet um die Bürger auf Notfälle vorzubereiten. In dem Nachbarland Russlands sollen Konzerthallen, Tanzstudios und sogar Kunstschulen als kurz- und mittelfristige Schutzräume genutzt werden. Dainius Numgaudis, Direktor der Ciurlionis Kunstschule sagt: “In diesem Gebäude können wir kurzfristig etwa 2.000 Menschen unterbringen. Wenn wir es als Bunker nutzen, sind es höchstens 200 Menschen.”

Schutzräume sind aber nur ein Teil der nationalen Notfallstrategie. Litauens Innenministerium beklagt, dass zwar ein Großteil der Bevölkerung grundsätzlich über Notfälle informiert ist, aber viel Wissen aufgefrischt werden müsste.

“Die Hälfte aller Bürger in Litauen wissen im wesentlichen, wie sie sich in einer Notfallsituation verhaten müssen. Aber wenn man genau hinsieht, wissen nur neun Prozent alles und über 40 Prozent glauben es zu wissen", sagt Egle Vileikiene, Beraterin des litauischen Innenministeriums.

Knapp jeder fünfte Litauer hat zu Hause eine Notfalltasche vorbereitet. Noch weniger haben laut einer Umfrage des Innenministeriums mit ihrer Familie darüber gesprochen, was im Notfall alles passieren muss. Während die Herausforderungen stiegen, wurden Vorbereitungen für Notsituationen in den vergangenen Jahren vernachlässigt.

Ane Bilotaite vom Innenministerium gibt den Plan vor: “Die Covid-Pandemie, illegale Einwanderung, Russlands Krieg gegen die Ukraine, der unberechenbare Nachbar Belarus und ein Atomkraftwerk in der Nähe von Vilnius - damit müssen wir uns Stück für Stück beschäftigen.”

Das Minsterium hat neue Informationen für die Bürger veröffentlicht und die Warnsysteme modernisiert. Ein besonderes Augenmerk will die Behörde jetzt auf die Vorbereitungen für auf einen nuklearen Unfall legen. 91. Millionen Euro liegen dafür bereit.