Litauen macht in Corona-Krise internationalen Flughafen zum Autokino

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Autokino auf dem Airport von Vilnius

Krisen machen erfinderisch: Während der Corona-Pandemie hat Litauen seinen internationalen Flughafen in der Hauptstadt Vilnius in ein Autokino verwandelt. "Wir bieten den Menschen eine neue Art des Reisens durch das Kino auf dem Flughafenrollfeld", sagte Organisator Algirdas Ramaska vom Internationalen Filmfestival von Vilnius (IFF) am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Hunderte Filmfans strömten in ihren Autos auf das flugverkehrsfreie Rollfeld für ein Kinoerlebnis der besonderen Art.

"Wir haben bereits eine Zeit lang davon geträumt, aber der Traum konnte erst wahr werden, als die Luftfahrt praktisch zum Erliegen kam", sagte Ramaska. Wegen der Corona-Ausgangsbeschränkungen in Litauen sind seit Mitte März sowohl Flüge ausgesetzt als auch Kinos geschlossen.

Natürlich wurden auch für die Flughafenvorführung des diesjährigen Oscar-Gewinners "Parasite" aus Südkorea die Abstandsregeln eingehalten. Rund 150 Autos standen im Abstand von mindestens zwei Metern auf dem Rollfeld des Flughafens, wobei maximal zwei Menschen in einem Fahrzeug sitzen durften.

"Ich fühlte mich sowohl seltsam als auch aufgeregt, als ich die Sonne untergehen sah, eine große Leinwand und ringsherum Flugzeuge", sagte die Kinogängerin Jolita Vaitkute nach der Vorführung. "Wir können im Moment weder Flüge noch Kino genießen, aber heute Abend haben wir beides gleichzeitig", sagte die 24-Jährige weiter. Ein Ticket kostete 15 Euro, der Erlös kommt dem IFF zugute.

Im vergangenen Jahr wurden auf dem Flughafen von Vilnius fünf Millionen Passagiere abgefertigt. Ab 10. Mai sollen die ersten Maschinen wieder abheben.

Litauen gehört zu den ersten EU-Mitgliedstaaten, die die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Beschränkungen schrittweise wieder lockern. Geschäfte sind seit vergangener Woche wieder geöffnet. Freiluft-Restaurants, Museen, Bibliotheken und Friseursalons dürfen seit Montag wieder aufmachen. In Litauen gibt es 1375 bestätigte Infektionsfälle, 45 Menschen starben.