Litauen wird Krypto: Zahlungen im Geschäft längst Normalität

Tim Stockschlaeger

Die Modemarke United Colors of Benetton akzeptiert ab sofort eine Reihe von Kryptowährungen in ihrem Geschäft in Litauen. Dazu gehören zunächst Ethereum, Bitcoin, Dash, Steem und auch NEM. 

„In der Zukunft sind Zahlungen mit Kryptowährungen allgegenwärtig“, ist Arturas Zuokas, Miteigentümer des Mode-Franchise in Litauen, fest überzeugt. Er glaubt an die Zukunft von Kryptowährungen und unterstützt „die Idee von Freiheit [hinter den Kryptowährungen] und eine Vielfalt an verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten.“

Die Akzeptanz von Kryptowährungen ist dabei nicht das erste blockchain-relevante Projekt Litauens: Im letzten Jahr wurde auf der Blockshow Europe 2017 ein multinationales Logistik-Projekt vorgestellt, an dem unter anderem auch Litauen beteiligt war.

Der litauische Wirtschaftsminister, Virginijus Sinkevičius, eröffnete kürzlich ein Innovations Center rund um die Blockchain-Technologie in der Hauptstadt. Start-ups, Firmen und Forscher bekommen dort einen Hub, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. „Das Potenzial ist enorm, daher soll Litauen ein wichtiger Teil der weltweiten Blockchain-Industrie werden,“ hofft Sinkevičius. In wenigen Ländern stehen Minister derzeit so lautstark hinter Kryptowährungen und Blockchain-Projekten.

CopPay – Akzeptanz von Kryptowährungen aus Litauen

CopPay ist eins der vielen Start-ups aus Litauen. Das Unternehmen bietet Firmen Lösungen an, um Kryptowährungen im Geschäft zu akzeptieren. CopPay ist die europäische Antwort auf das amerikanische Pendant Bitpay. Firmen bieten ihren Kunden die Zahlung per Kryptowährungen, bekommen von CopPay jedoch direkt den Gegenwert in Euro. Für Unternehmer ist das gerade in volatilen Zeiten notwendig, um sicher planen zu können. Zu den Kunden der Litauer gehört seit Kurzem auch United Colors of Benetton.

Das italienische Modelabel ist bekannt für provozierende und teils makabere Werbekampagnen, die in der Vergangenheit immer wieder für viel Aufsehen gesorgt haben. Das gehört zum Marketingkonzept der Firma. United Colors of Benetton verfügt über rund 500 Filialen weltweit. Die Niederlassung in der litauischen Hauptstadt akzeptiert dabei als erste und bislang einzige Filiale Kryptowährungen.

Die litauische Bevölkerung ist stolz auf die Entwicklung der letzten Jahre. Viele sehen darin eine große Chance für die heimische Wirtschaft. Kryptowährungen und ICOs werden viel mehr als Symbol für wirtschaftlichen Fortschritt verstanden und nicht als Werkzeug für Straftaten oder einfache Möglichkeit der Spekulation. Der monatliche Beitrag fürs Fitnesscenter lässt sich bequem mit Bitcoins bezahlen und die Rechnung im Restaurant begleichen Kunden mit Ethereum.

Litauen und allgemein die baltischen Staaten sind in Bezug auf technische Innovationen sehr liberal eingestellt. Das lockt viele Start-ups und Unternehmen ins Land. Die vergleichsweise kleinen europäischen Staaten zeigen eine hohe Flexibilität und Innovationskraft. Litauen liegt bislang oft im Schatten seines ähnlich großen, aber noch innovativeren Nachbars Estland. Mit einer Offenheit gegenüber Kryptowährungen möchte Litauen eine ebenso große Innovationshöhe vorweisen.

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