Litauen kritisiert deutsch-amerikanische Einigung zu Nord Stream 2

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VILNIUS (dpa-AFX) - Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis hat die deutsch-amerikanische Einigung im Konflikt um die Gaspipeline Nord Stream 2 kritisiert. "Ich denke, dies ist ein Fehler und dieser Fehler wird uns teuer zu stehen kommen", sagte Landsbergis der Agentur BNS zufolge am Donnerstag in Vilnius. Die neue Gasleitung von Russland nach Deutschland durch die Ostsee sei ein "riesiger Sieg" für Kremlchef Wladimir Putin. Dagegen werde das Vertrauen der Ukraine in strategische Partner aufgrund des Verhaltens des Westens beim Bau von Nord Stream 2 sinken, sagte der Chefdiplomat des baltischen EU- und Nato-Landes.

Behoben werden könne der Fehler, wenn die Ostsee-Pipeline als Hebel eingesetzt werde. So könnten etwa der Abzug russischer Truppen aus der Ukraine oder eine klare Aussicht auf eine Nato-Mitgliedschaft zur Vorbedingung für die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 gemacht werden, sagte Landsbergis. Die beinahe fertiggestellte Leitung soll russisches Gas nach Deutschland bringen - unter Umgehung der Ukraine, die auf die Einnahmen aus dem Gas-Transit angewiesen ist.

Im jahrelangen Streit um die deutsch-russische Ostseepipeline hatten Berlin und Washington am Mittwoch einen Durchbruch verkündet. Beide Länder veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der der Ukraine Unterstützung zugesagt wird. Die USA hatten Nord Stream 2 jahrelang scharf kritisiert und sind weiterhin gegen das Projekt, wollen nun aber auf weitere Sanktionen verzichten.

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