Litauen hofft auf EU-Geld beim Ausbau der militärischen Infrastruktur

VILNIUS (dpa-AFX) -Litauen erwartet beim Ausbau der Infrastruktur für eine schnelle Mobilität von Nato-Truppen an der Ostflanke auch Hilfe der EU. Diese Investitionen seien im gemeinsamen Interesse der Partner, sagte die litauische Finanzministerin Gintare Skaiste am Freitag in Vilnius bei einem Treffen mit Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Nach der Entscheidung der Bundesregierung, eine deutsche Brigade mit rund 4000 Soldaten in Litauen fest zu stationieren, habe ihr Land 280 Millionen Euro für den Aufbau der Infrastruktur im Haushalt bereitgestellt. Sie nannte den Ausbau von Straßen und Truppenübungsplätzen.

Lindner sagte, Deutschland übernehme Verantwortung für die Sicherheit des Nato-Partners Litauen und stationiere als erster westlicher Verbündeter Truppen an der Nato-Ostflanke. "Wir wissen, dass die Sicherheit Litauens und unsere Sicherheit verbunden sind." Aus dem deutschen Etat würden dafür militärische Ausgaben im engeren Sinne bestritten. "Alle Ausgaben, die nicht direkt mit unseren Soldaten in Zusammenhang stehen, liegen mehr oder weniger in der Verantwortung des Gastlandes", sagte der Minister.

Lindner besuchte am Freitag die schon in Litauen eingesetzten deutschen Soldaten. Litauen, wo Deutschland Führungsnation ("Framework Nation") der Nato-Präsenz zur Sicherung der Nato-Ostflanke ist, war dritte Station seiner Baltikum-Reise.