Linkspolitiker Mélenchon will Macron herausfordern

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Fordert Macron 2022 heraus: Jean-Luc Mélenchon
Fordert Macron 2022 heraus: Jean-Luc Mélenchon

Bei der französischen Präsidentschaftswahl 2022 will Linkspartei-Chef Jean-Luc Mélenchon Staatschef Emmanuel Macron herausfordern. "Ich bin bereit", sagte der 69-jährige Vorsitzende von "La France insoumise" (Das unbeugsame Frankreich) am Sonntagabend im Fernsehen. Um seinen Rückhalt in der Bevölkerung zu verdeutlichen, will er 150.000 Stimmen im Internet sammeln.

Mélenchon machte eine "Aufstellung durch das Volk" zur Voraussetzung für seine Kandidatur. Von den 150.000 Internet-Stimmen hatte er am Montag bereits gut ein Drittel zusammen. Mélenchon hatte sich bereits 2012 und 2017 zur Wahl gestellt, war aber jeweils in der ersten Runde ausgeschieden. Auch diesmal sehen ihn Meinungsforscher hinter Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Dem linken Lager in Frankreich bereitet der "Unbeugsame" Kopfzerbrechen, da er Bündnissen skeptisch gegenübersteht und Sozialisten und Grüne Stimmen kosten könnte. Mit Mélenchons Kurs lasse sich "keine Präsidentschaftswahl gewinnen", kritisierte der frühere sozialistische Präsident François Hollande. Mélenchon fordert einen Austritt Frankreichs aus der Nato und ist für seine polemischen Äußerungen über Deutschland bekannt. So wirft er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seit der Finanzkrise ein "Diktat" in Europa vor.

lob/ck