Island: Unklare Möglichkeiten nach Parlamentswahl

In Island wird ein neues Parlament gewählt – zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. Die vorgezogene Abstimmung war notwendig geworden, nachdem die Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Bjarni Benediktsson gescheitert war.

Hintergrund ist eine Affäre um den Vater des Regierungschefs. Er hatte das isländische Justizministerium schriftlich darum gebeten, das Strafregister eines verurteilten Vergewaltigers nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis zu löschen.

Die Koalitionspartei „Bright Future“ warf Benediktssons konservativer Partei daraufhin vor, den Skandal vertuscht zu haben und ließ das Bündnis platzen.

Umfragen zufolge ist jetzt ein Machtwechsel möglich. Der Links-Grünen Bewegung könnte es gemeinsam mit Sozialdemokraten und Piratenpartei zu einer Mehrheit reichen.

Es wird allerdings ein knappes Rennen. Der trotz Skandal wieder antretende Benediktssons liegt mit seiner Unabhängigkeitspartei etwa gleichauf.

Iceland election: Voters go to polls after paedophile row https://t.co/M48bYFHo8D— BBC News (World) (@BBCWorld) 28. Oktober 2017