Linken-Chefin Wissler fordert Verstaatlichung der Post

Linken-Chefin Wissler hat sich angesichts des Tarifstreits bei der Deutschen Post für eine Verstaatlichung des deutschen Postbetriebs ausgesprochen. "Es braucht ein öffentliches Postunternehmen mit guten Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten, verlässlicher Zustellung und günstigen Preisen", erklärte Wissler am Donnerstag. "Aktuell fühlt die Post sich weniger dem Gemeinwohl verpflichtet, sondern eher den Aktionären, für die Milliarden an Profiten beiseitegeschafft werden."

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Post-Angestellten unter anderem 15 Prozent mehr Lohn. Der Konzern weist dies als unrealistisch zurück. Drei Tarifrunden sind bereits gescheitert. Verdi hatte deshalb unbefristete Streikaktionen gefordert und darüber bis Mittwoch eine Urabstimmung bei den Mitgliedern abgehalten.

Das Ergebnis soll noch am Donnerstag bekanntgegeben werden. Wie der RBB berichtete, zeigten sich mehrere Verdi-Landesbezirke zuversichtlich, dass die Schwelle von 75 Prozent Zustimmung bei der Abstimmung erreicht wurde.

Der Konzern Deutsche Post DHL verkündete derweil, seinen Umsatzrekord aus dem Vorjahr mit 94,4 Milliarden Euro um 15,5 Prozent übertroffen zu haben. Allerdings sei das Wachstum ausschließlich auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen. Das Ergebnis des Post- und Paketgeschäfts in Deutschland war demnach rückläufig.

pe/cne