Linken-Chefin Wissler fordert Druck zur Entlastung von Teuerung

FRANKFURT (Oder) (dpa-AFX) - Linken-Chefin Janine Wissler hat die Bürger aufgefordert, mit Demonstrationen Druck für mehr Entlastung von hohen Energie- und Lebenshaltungskosten aufzubauen. Die Stimmen der Menschen mit kleinen Renten, niedrigen Löhnen oder Hartz IV würden zu wenig gehört, sagte Wissler am Dienstag bei einer Kundgebung in Frankfurt an der Oder.

"Wir dürfen uns in einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt nicht damit abfinden, dass Menschen in Armut leben und nicht wissen, ob sie im Winter ihre Wohnung noch heizen können." Wissler erneuerte die Forderungen, das 9-Euro-Ticket weiterzuführen und überhöhte Gewinne von Unternehmen in der Krise stärker zu besteuern. "Es kann doch nicht sein, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Zeche zahlen", sagte sie.

Die Linke hat einen "heißen Herbst" mit Protesten gegen die Energie- und Sozialpolitik der Bundesregierung in ganz Deutschland angekündigt. Zur Demonstration in Frankfurt an der Oder kamen nach Angaben der Polizei zu Beginn etwa 220 Menschen. Ein Parteisprecher schätzte die Teilnehmerzahl auf 300. Der Partei zufolge nahm erstmals die Bundesvorsitzende als Gastrednerin an einer solchen Demonstration teil. Für den 5. September ist in Leipzig eine erste "Montagsdemonstration" geplant.