Linke fordert "ernsthafte" Verkehrswende hin zur Schiene

Die Linke hat vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Luftverkehr eine Verkehrswende hin zur Schiene gefordert. Die Bahn sei immer dann gegenüber dem Flugzeug und dem Auto die bessere Wahl, "wenn schnelle Verbindungen vorhanden sind"

Die Linke hat vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Luftverkehr eine Verkehrswende hin zur Schiene gefordert. Die Bahn sei immer dann gegenüber dem Flugzeug und dem Auto die bessere Wahl, "wenn schnelle Verbindungen vorhanden sind", erklärte die Klimapolitikerin Eva Bulling-Schröter am Mittwoch. Nach Angaben der Bundesumweltministeriums liegt die Bahn bei den Treibhausgasemissionen mit 42 Gramm pro Personenkilometer vorn - das Auto liegt bei 142 und das Flugzeug bei 211 Gramm.

Das geht aus einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Antwort des Ministeriums auf Fragen Bulling-Schröters hervor. Klimaschutz und eine bessere Luft seien "nur über die Schiene zu bekommen", erklärte die Linken-Abgeordnete. Dabei könne die neue ICE-Schnellstrecke zwischen München und Berlin "nur ein Anfang sein". Die Bundesregierung müsse die Verkehrswende ernst nehmen und etwa die City-Night-Line-Nachtzüge wieder einführen und die Preise senken.

Wie außerdem eine Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Linken zeigt, waren in den Jahren 2015 und 2016 jeweils 67 Prozent aller Passagierflüge von und nach München kürzer als tausend Kilometer. Die beliebtesten Ziele waren demnach Berlin und Hamburg. Erst danach folgt mit London eine Verbindung ins Ausland.

Die Linke äußerte sich vor dem Hintergrund von Schlagzeilen im Luftverkehr. Mitte August hatte die Fluggesellschaft Air Berlin Insolvenz angemeldet, mehrere Interessenten boten für Teile der Airline oder das gesamte Unternehmen. Wegen Unstimmigkeiten bei der Urlaubsplanung kündigte vergangene Woche zudem der irische Billigflieger Ryanair an, in den kommenden Wochen hunderte Flüge zu streichen.