Linke begrüßt Proteste gegen Arbeitsbedingungen bei Bringdienst Deliveroo

Bike delivery people from the Deliveroo food delivery service gather for a demonstration on August 11, 2017 at Place de la Republique in Paris to demand an increase in pay for additional travel

Die Linke hat die Proteste gegen Arbeitsbedingungen beim Essenslieferdienst Deliveroo begrüßt. "Gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne fallen nicht vom Himmel", erklärte die Linken-Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann am Freitag. Deshalb sei es "richtig, dass die Beschäftigten darum kämpfen". Arbeitgeber wie Deliveroo aber auch die Fisch-Restaurantkette Nordsee hätten es "verdient, dass ihnen gegen das Schienbein getreten wird", erklärte Krellmann. "Wer hier Essen bestellt, bekommt schlechte Arbeitsbedingungen gratis."

Die Initiative Arbeitsunrecht hatte für Freitag bundesweit zu Protesten aufgerufen. Die Initiatoren werfen dem Bringdienst unter anderem vor, die Gründung von Betriebsräten zu behindern und Fahrradkuriere in die Scheinselbstständigkeit zu drängen. Ähnliche Vorwürfe gegen Essenslieferdienste erhob auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Aktionen waren unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main geplant.

Die Initiative wirft Deliveroo vor, etwa in Köln durch gezieltes Verringern der Angestelltenzahl die Gründung eines Betriebsrats zu verhindern. Außerdem müssten viele Fahrer ohne festen Vertrag arbeiten, ihr eigenes Fahrrad stellen und bekämen weniger als den Mindestlohn, wenn sie sich selbst versicherten - weshalb viele darauf verzichteten.

Die Linke fordert, die Gründung von Betriebsräten in kleinen, mittelständischen Unternehmen wie in Filialbetrieben gesetzlich zu erleichtern und diese "besser vor mitbestimmungsfeindlichen Arbeitgebern zu schützen". Es dürfe keine mitbestimmungsfreien Zonen geben, forderte Krellmann.