Lindner denkt wieder über Möglichkeit von Jamaika-Bündnis nach

Christian Lindner

Rund einen Monat nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche von Union, Grünen und FDP denkt FDP-Chef Christian Lindner wieder über die Möglichkeit eines Jamaika-Bündnisses nach. "Bei CSU und Grünen gibt es eine neue Führungsmannschaft. In neuen Konstellationen wird neu gesprochen", sagte Lindner der "Wirtschaftswoche". Allerdings hält er dem Bericht zufolge neue Jamaika-Gespräche erst nach möglichen Neuwahlen für denkbar.

Zu Neuwahlen könnte es kommen, wenn die anstehenden Gespräche zwischen Union und SPD über eine Regierungszusammenarbeit scheitern sollten. Lindner sagte der "Wirtschaftswoche" weiter, auch eine schwarz-gelbe Koalition aus Union und FDP sei für ihn weiter eine Option. "Oder die SPD erneuert sich und erinnert sich an Gerhard Schröder, wie es Sigmar Gabriel derzeit wohl tut", sagte er weiter.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte dazu der "Berliner Zeitung" (Online-Ausgabe): "Mit seiner Verantwortungsflucht aus den Jamaika-Sondierungen hat Christian Lindner Schiffbruch erlitten". Jetzt wolle der FDP-Chef "offensichtlich persönliche Schadensbegrenzung betreiben". Lindner bleibe jedoch derjenige, "der sich persönlich davon gestohlen hat", während CDU/CSU und Grüne bereit gewesen seien, "Verantwortung für unser Land zu übernehmen".

Die FDP hatte im November die Jamaika-Gespräche verlassen und sie damit scheitern lassen. Seither sind die Umfragewerte der Partei deutlich abgesackt. Auch von Wirtschaftsvertretern gab es deutliche Kritik. Die CSU hatte sich auf ihrem Parteitag Ende vergangener Woche neu aufgestellt. Die Grünen planen für Ende Januar eine Neuwahl ihrer Führungsmannschaft.