Lindner-Berater sieht Risiko für EU durch Italiens Regierungskrise

ROM/BERLIN (dpa-AFX) - Wegen der laufenden Regierungskrise in Italien befürchtet der frühere Wirtschaftsweise Lars Feld, dass das Mittelmeerland zu einer Last für die EU werden könnte. Das Risiko sei hoch, dass das Land nicht mehr in der Lage sei, Reformen umzusetzen und sich vorwärts zu bewegen, sagte der Berater von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) im Interview der Zeitung "La Repubblica" (Samstag). "Das macht mir große Sorgen." In Italien positionierten sich die Parteien gerade mit Blick auf die anstehenden Wahlen neu, erklärte Feld weiter.

Die aktuelle Krise im Kabinett von Ministerpräsident Mario Draghi zeigt Felds Eindruck zufolge typische Zersetzungsanzeichen einer Regierung, die auf den guten Willen ihrer Parteien angewiesen ist. Dass das Mittelmeerland zur Gefahr für den Euro werden könnte, hält der Experte für ausgeschlossen. "In den steigenden Spreads preisen die Märkte dieses politische Risiko gerade ein. Aber wir sind nicht im Jahr 2012, als Italien drohte den Euro zu verlassen."

Draghi bot am Donnerstag seinen Rücktritt an, nachdem ihm die mitregierende Fünf-Sterne-Bewegung im Senat das Vertrauen nicht aussprach. Staatspräsident Sergio Mattarella lehnte das Gesuch ab und schickte den parteilosen Ökonom zu kommendem Mittwoch ins Parlament, um dort über die aktuelle Lage zu berichten. Offen ist derzeit, ob der 74-Jährige eine neue Regierung formiert oder es am Ende zu vorgezogenen Wahlen kommt, wenn es unter ihm nicht weitergeht.

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