Linde treibt Helium-Projekt mit Gazprom voran

Linde besiegelt mit dem russischen Erdgashersteller Gazprom die Abnahme von Helium. Der Vertrag ist Teil des Gasprojekts „Power of Sibiria“.


Linde und Gazprom haben einen Vertrag über die Abnahme von Helium durch Linde unterzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung, die von der Börsen-Zeitung am Dienstag veröffentlicht wurde.

Das Gas kommt demnach aus der neuen, noch im Bau befindlichen Amur-Heliumanlage von Gazprom im äußersten Osten Russlands. Gazprom Export ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von OAO Gazprom. Die Heliumanlage ist Teil des Gasprojekts „Power of Siberia“.

Laut Mittelung wird eine „bedeutende Heliummenge“ aus der Produktionsstätte in Svobodny in der Nähe der Stadt Blagoweschtschensk bezogen. Genauere Angaben gibt es nicht. Die erste Lieferung soll vorrausichtlich 2021 erfolgen, heißt es weiter.

Die Linde Abteilung „Engineering“ ist Lizenzgeber der Erdgasverarbeitungstechnologie für das Amur-GPP-Projekt in Svobodny. Linde ist für das Engineering und die Beschaffung von Anlagen zur Extraktion von Ethan und Flüssiggasbestandteilen (Natural Gas Liquids - NGL) zuständig.


Außerdem ist das Unternehmen auch für die Abscheidung von Stickstoff (Nitrogen Rejection Unit - NRU) und die Heliumgewinnungs- und -verflüssigungsanlage zuständig. Das Projekt erfordert eine besondere Logistik, da die Produktionsanlagen etwa 1500 km von den Exporthäfen in und um Wladiwostok herum entfernt liegen. 

Das Feld in Chayandinskoye bildet zusammen mit anderen Ressourcen, die Gazprom in der ostsibirischen Region besitzt, eines der größten Heliumspeicher der Welt.

Helium wird in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, zum Beispiel bei der Herstellung und dem Betrieb von medizinischen MRT-Geräten (Magnetresonanztomographie) sowie bei der Fertigung von Halbleitern, LCD-Bildschirmen und Glasfaserkabeln.

Es gibt weltweit eine begrenzte Anzahl von Quellen, weil das Edelgas nur aus heliumreichen Erdgasquellen hergestellt werden kann.