Linde: Sorgen um Fusion – platzt der Praxair-Deal?

Maximilian Völkl
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Linde: Sorgen um Fusion – platzt der Praxair-Deal?

Durch den Zusammenschluss mit dem US-Konkurrenten Praxair will Linde wieder zum Weltmarktführer für Industriegase aufsteigen. Die EU-Wettbewerbshüter nehmen die geplante Fusion nun allerdings genau unter die Lupe. Es gibt Bedenken, dass der Wettbewerb stark beeinträchtigt werden könnte.

Die EU-Kommission teilte deshalb am Freitag mit, dass eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses eingeleitet wird. Vor allem auf dem Markt für wichtige Gase wie Sauerstoff oder Helium sehen die Wettbewerbshüter den Zusammenschluss kritisch. „Gase wie Sauerstoff und Helium kommen bei der Herstellung einer Vielzahl von Produkten, die wir tagtäglich verwenden, zum Einsatz. Die Hersteller beziehen diese Gase von einer geringen Zahl von Anbietern“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

„Deshalb werden wir sorgfältig prüfen, ob der geplante Zusammenschluss der Gasanbieter Praxair und Linde für die europäischen Verbraucher und Unternehmen zu höheren Preisen oder einer geringeren Auswahl führen würde“, so Vestager weiter. Bis zum 4. Juli wird das Vorhaben deshalb nun durchleuchtet. Die Gefahr: Bei zu hohen Auflagen der Kartellbehörden haben sich Linde und Praxair einen Rückzieher vorbehalten. Für Anleger wäre ein Zusammenschluss allerdings von Vorteil, es wird mit Synergien von über einer Milliarde Dollar jährlich gerechnet.

Klarer Kauf

Der Zusammenschluss bedingt Kartellauflagen. Es ist aber nicht damit zu rechnen, dass diese so hoch ausfallen, um den Deal noch zu gefährden. Die Linde-Aktie bleibt attraktiv. Die Fusion setzt neues Potenzial frei, das Geschäft mit Industriegasen brummt und der Konzern ist im potenziellen Megatrend Wasserstoffmobilität glänzend positioniert. Anleger setzen mit den Umtauschaktien mit der WKN A2E4L7 auf die neue Linde. Der Stoppkurs liegt bei 160 Euro.