Linda Zervakis über ihre Kindheit: „Ich bin oft verprügelt worden“

Linda Zervakis ist seit 2010 Moderatorin bei der ARD. Seit 2013 verliest sie die Nachrichten in der „Tagesschau“ um 20 Uhr. (Bild: ddp Images)

Seit 2013 begrüßt Linda Zervakis jeden Abend ein Millionenpublikum vorm heimischen TV zur „Tagesschau“. In einem Interview verrät sie erstmals Details aus ihrem Privatleben und erzählt, dass sie es als Kind nicht einfach hatte.

In der griechischen Schule gab es noch die Prügelstrafe. Sie und ihre Mitschüler wurden so des Öfteren vom Lehrer mit dem Lineal geschlagen. Und auch in deutschen Schulen hatte es Zervakis nicht leicht: „Mein Spitzname war Zaziki. Ich bin oft verprügelt worden. Da war ich neun oder zehn und hatte eine Klasse übersprungen. Ich hatte ein wenig Beef mit meiner Nachbarin, da hat sie andere aufgestachelt, und die haben dann auf mich gewartet in der Pause“, so die Journalistin gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich hatte immer Mohrrüben dabei, die ich mit dem Pausenzeichen kleingebissen habe. Damit habe ich sie bespuckt. Das war natürlich wahnsinnig eklig, aber ich war spindeldürr und hatte überhaupt keine Kraft, irgendwie musste ich mich wehren.“

Zervakis besitzt die griechische und die deutsche Staatsbürgerschaft. (Bild: ddp Images)

Zervakis fühlte sich immer als soziale Außenseiterin, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf: „Ich bin mit dem Bewusstsein durch die Schulzeit gegangen, dass ich nicht mithalten kann. Wir haben in einem Hochhaus gewohnt, das Zimmer habe ich mir mit meinen zwei älteren Brüdern geteilt, bis ich 18 war. Ich musste auch ihre Klamotten tragen. Wir wussten oft nicht, ob das Geld bis zum Monatsende reicht.“

Doch Zervakis hat sich hochgekämpft: Vor vier Jahren startete die Moderatorin als erste Sprecherin mit Migrationshintergrund bei der „Tagesschau“.