Lienen: Schwuler Spieler wäre bei St. Pauli der Star

Der Zweitligist bezieht offen Position - und deshalb hat der Trainer auch eine eindeutige Meinung, was Homosexualität im Fußball angeht.

Ewald Lienen hat schwule Fußballer zum Outing ermutigt. Der Technische Direktor des Zweitligisten FC St. Pauli glaubt jedenfalls, dass Homosexualität in seinem Klub nicht solch ein Tabu sei - im Gegenteil: Er glaubt, bei St. Pauli wäre ein schwuler Fußballer der Star.

"Es ist leicht zu sagen, wenn man nicht selbst in dieser Situation ist", sagte Lienen bei einem international besetzten Hallenturnier für schwule Fußballer in Hamburg und fügte hinzu: "Aber ohne Mut wird in unserer Gesellschaft nichts passieren." Dies vermeldete der schwul-lesbische Sportverein Startschuss Hamburg e.V. (SLSV) als Veranstalter des Turniers am Montag.

In seiner langen Karriere habe sich ihm gegenüber niemand von den "Tausenden" Kickern, die er trainierte, geoutet. Allerdings ist sich Lienen sicher, "dass ich in meinen Mannschaften immer jemanden dabei hatte. Im Zweifelsfall waren das die kreativsten Leute, die im Mittelfeld die tollen Pässe gespielt haben, und ich habe es nicht mitgekriegt."

Noch ist Homosexualität eines der größten Tabuthemen im Fußball. Bis es zur Normalität werde, ist sich Lienen sicher, ist es noch ein weiter Weg: "Es ist halt im Fußball nicht immer die fortschrittlichste Klientel, die auf den Tribünen sitzt und dann gleich Hurra schreit."

Den FC St. Pauli hält er jedoch für fortschrittlicher: "Wenn wir einen schwulen Spieler hätten, er wäre bei unseren Fans der Star. Da bin ich mir ganz sicher."