Das lief für Coca-Cola im Jahr 2017 falsch

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Coca-Cola (WKN:850663), eine der beliebtesten Aktien von Warren Buffett, gilt weithin als sicheres Einkommen für langfristige Investoren. Die 9%ige Steigerung von Coca-Cola im vergangenen Jahr blieb jedoch hinter dem Rivalen PepsiCo (WKN:851995) der um 11 % zulegte, und dem S&P 500 zurück, der 18 % dazu gewann. Lasst uns einen Blick darauf werfen, was in diesem Jahr bei Coca-Cola schief gelaufen ist.

1. Verlangsamtes Umsatzwachstum

Das Umsatzwachstum von Coca-Cola ist nur auf organischer Basis positiv, d.h. ohne die Auswirkungen von Wechselkursen, Übernahmen, Verkäufen von Unternehmensteilen, Refranchising-Bemühungen und sonstigen Belastungen. Auf berichteter Basis ist der Umsatz von Coca-Cola jedoch seit zehn Quartalen in Folge jährlich gesunken.

So stieg der organische Umsatz von Coca-Cola im letzten Quartal um 4 % pro Jahr, da höhere Preise und ein besserer Produktmix das flache Wachstum bei den Stückzahlen ausgleichen konnten. Der Nettoumsatz ging jedoch um 15 % zurück, was auf einen Gegenwind von 18 % durch das anhaltende Refranchising der Abfüllgebiete zurückzuführen ist.

Die Analysten erwarten daher, dass der Umsatz von Coca-Cola in diesem Jahr um 16 % und im nächsten Jahr um 12% zurückgehen wird. Im Vergleich dazu könnte der Umsatz von PepsiCo in diesem Jahr um 1 % und im nächsten Jahr um weitere 4 % steigen.

2. Schwaches Gewinnwachstum

Coca-Cola stützt seine Erträge mit aggressiven Rückkäufen. Das Unternehmen gab in den vergangenen 12 Monaten 2,8 Milliarden US-Dollar bzw. 46 % seines freien Cashflows für Rückkäufe aus. PepsiCo wand im gleichen Zeitraum nur 36 % seines freien Cashflows für Rückkäufe auf.

Aber auch nach diesen Rückkäufen dürften die Gewinne von Coca-Cola in diesem Jahr stagnieren und im nächsten Jahr nur um 4 % steigen. Die Analysten gehen davon aus, dass die Gewinne von PepsiCo in diesem Jahr um 8 % und im nächsten Jahr um 7 % steigen werden.

Diese dramatischen Unterschiede sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass PepsiCos vielfältigeres Portfolio an kohlensäurehaltigen und stillen Getränken sowie verpackten Lebensmitteln (Frito Lays und Quaker) besser vor sinkenden Sodaverkaufszahlen geschützt ist als Coca-Colas Getränkeportfolio.

PepsiCos CEO Indra Nooyi steuerte das Portfolio des Unternehmens aggressiv in Richtung gesündere Getränke und Snacks, doch der frühere Coca-Cola-CEO Muhtar Kent und sein Nachfolger James Quincey verfolgten andere Strategien. Sie führten etwa weitere stille Getränke (über die Übernahmen von Fuze, Vitamin Water, Honest Tea und Keurig Green Mountain) sowie zuckerreduzierte Versionen von Coca-Cola ein.

3. Die mangelnde Bereitschaft, Monster zu kaufen

Der Sodakonsum in den USA sank im vergangenen Jahr laut Beverage-Digest auf ein 31-Jahres-Tief. Auch in anderen Ländern bricht die Nachfrage ein, da die Verbraucher gesündere Getränke kaufen. Der wachsende Nischenmarkt der Energy-Drinks entwickelt sich jedoch gegen diesen Trend.

Deshalb beteiligte sich Coca-Cola 2014 mit 16,7 % an dem Energy-Drink-Hersteller Monster Beverage (WKN:A14U5Z). Damals schien es, als würde Coca-Cola das gesamte Unternehmen kaufen, das in diesem Jahr ein zweistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum erzielen soll.

Allerdings hat Coca-Cola kein Interesse am Kauf des Unternehmens bekundet — was die Begeisterung der Anleger für die Aktie wahrscheinlich gedämpft hat. Monster ist nicht billig, mit einem Unternehmenswert von 34 Milliarden US-Dollar könnte es Coca-Cola jedoch ein dringend benötigtes Wachstum bescheren.

4. Überhitzte Bewertungen

Die Aktie von Coca-Cola hat ein aktuelles KGV von 44 und für das nächste Jahr ein erwartetes KGV von 23, und ist damit nicht billig. Im Vergleich dazu hat PepsiCo ein KGV von 24 und ein erwartetes KGV von 21.

Coca-Cola und PepsiCo wurden in einem Niedrigzinsumfeld mit ihren Dividenden von 3,2 % und 2,7 % als sicher erachtet. Aber wenn die Zinssätze allmählich steigen, werden die Anleihen attraktiver als Blue-Chip-Dividendenaktien — und das könnte zu einem Ausverkauf von Aktien wie Coca-Cola führen.

5. Schwache Insider-Stimmung

Wenn die Aktie von Coca-Cola in der Lage wäre, höher zu steigen, würden wir wahrscheinlich eine Menge Insider-Käufe sehen. Dennoch verkauften die Insider des Unternehmens in den vergangenen 12 Monaten über 2,2 Millionen Aktien und kauften nur rund 844.000 Aktien. In den vergangenen drei Monaten haben die Insider 338.000 Aktien verkauft, aber keine einzige gekauft.

Unterm Strich

Coca-Cola ist keine riskante Investition — es ist eines der größten Getränkeunternehmen der Welt und beendete das letzte Quartal mit 22,2 Milliarden US-Dollar an Bargeld, liquiden Mitteln und kurzfristigen Investitionen. Seit mehr als fünf Jahrzehnten wird die Dividende jährlich erhöht.

Doch das Unternehmen hat die Investoren in diesem Jahr nicht beeindruckt. Es folgte nicht PepsiCos Beispiel und expandierte in verpackte Lebensmittel, und hörte nicht auf die Bitten, Monster zu kaufen. Stattdessen begnügte sich das Unternehmen damit, auf der Stelle zu treten, und die Investoren richteten ihr Augenmerk auf vielversprechendere Optionen auf dem alternden Bullenmarkt.

Mehr Lesen

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Monster Beverage.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 13.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2017