Lidl will nicht mehr für ungesunde Kinderlebensmittel werben

Der Discounter Lidl will nicht mehr für ungesunde Kinderlebensmittel wie zuckrige Cornflakes oder Schokopudding werben. Ab dem Geschäftsjahr 2023 setze Lidl damit als erster deutscher Lebensmitteleinzelhändler eine entsprechende Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ausnahme sollen Aktionsartikel zu Weihnachten, Ostern und Halloween bleiben.

Bis Ende 2025 will Lidl zudem nur noch Lebensmittel mit Kinderoptik auf der Verpackung seiner Eigenmarken verkaufen, wenn sie die WHO-Kriterien für gesunde Lebensmittel erfüllen. Um eine nachhaltige und gesunde Ernährung für alle zu fördern, will der Discounter zudem sein pflanzliches Sortiment ausbauen, in seinen Eigenmarkenartikeln den Vollkornanteil erhöhen und Zucker und Salz reduzieren.

Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (Dank), lobte die Initiative von Lidl. Sie gehe "deutlich über die Selbstverpflichtung anderer Hersteller und Einzelhändler hinaus". Eine entscheidende Frage bleibe aber unbeantwortet: "Greift die Selbstbeschränkung nur im Umfeld klassischer Kindersendungen oder auch in Werbepausen zur Primetime in den Abendstunden?"

Kinder- und Jugendärzte sowie die Verbraucherorganisation Foodwatch fordern ein Gesetz gegen an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel. Sie wollen vor allem ein Ausstrahlungsverbot von an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel im Fernsehen und im Internet zwischen 6.00 Uhr und 23.00 Uhr. Ungesunde Produkte wie sehr süße oder fetthaltige Lebensmittel sollten zudem grundsätzlich nicht mehr direkt an Kinder beworben werden dürfen, etwa mit Comicfiguren, verspielter Produktaufmachung oder Spielzeugbeigaben.

Ungesunde Ernährung ist Ärzten zufolge eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern.

ilo/cha