Lidl für Tariferhöhung um 3 Prozent im Einzelhandel

dpa-AFX

HEILBRONN (dpa-AFX) - Im Tarifstreit des Einzelhandels macht sich Lidl-Deutschlandchef Marin Dokozic für eine Tariferhöhung um je drei Prozent für 2017 und 2018 stark. "Der Einzelhandel befindet sich in einem intensiven Wettbewerb um gute Mitarbeiter", sagte der Manager der "Heilbronner Stimme" (Donnerstag). "Vor diesem Hintergrund befürworten wir eine Tariferhöhung um drei Prozent für 2017 und um weitere drei Prozent im nachfolgenden Jahr und würden die Verhandlungen in diese Richtung unterstützen." Er betonte: "Wir würden es begrüßen, wenn durch die Verhandlungen bald eine deutliche Verbesserung für die Mitarbeiter der gesamten Branche erzielt wird."

In dem festgefahrenen Streit kommt es im Südwesten immer wieder zu Warnstreiks. Die Fronten sind verhärtet - die Gewerkschaft Verdi fordert eine Finanzspritze von 6 Prozent für die Beschäftigten, die Arbeitgeber wollen zunächst nur 1,5 Prozent mehr zahlen. Die nächste Tarifrunde ist für den 10. Juli geplant. Bis dahin will Verdi den Druck hochhalten. Es werden weitere Warnstreiks erwartet. Kunden dürften davon aber wenig mitbekommen, da die Firmenleitungen die personellen Engpässe mit anderen Mitarbeitern zu stopfen versuchen.

Im Südwest-Einzelhandel arbeitet etwa eine halbe Million Menschen. Die Tarifbindung ist gering: Nur schätzungsweise knapp ein Drittel der Branchenbeschäftigten sind in Firmen tätig, die sich an den Tarifvertrag halten. Allerdings hat ein Tarifabschluss auch eine Signalwirkung für andere Firmen, damit dort die Bezahlung ebenfalls angehoben wird.

Bundesweit wird bislang noch ohne Ergebnis in 14 Tarifbezirken verhandelt. Erst am Dienstag waren in Nordrhein-Westfalen die Gespräche auf Ende August vertagt worden.