Libyscher General Haftar verkündet Stopp von Angriffen bis Ende des Ramadans

Der libysche General Chalifa Haftar

Der libysche General Chalifa Haftar hat einen Stopp seiner Militäroffensive auf die Hauptstadt Tripolis bis zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan angekündigt. Haftar gehe damit auf die Forderungen befreundeter Staaten ein, erklärte ein Sprecher des Generals in der Nacht zum Donnerstag in der ostlibyschen Stadt Bengasi. Die von der UNO anerkannte Einheitsregierung lehnte eine Waffenruhe jedoch ab. Sie traue Haftars Ankündigung nicht, erklärte sie am Donnerstag.

Kurz nach der Verkündung der Waffenruhe waren in Tripolis erneut Explosionen zu hören, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der Hauptstadt berichteten. Im Libyen-Konflikt sind immer wieder Feuerpausen angekündigt worden, die dann nicht eingehalten wurden.

Haftar hatte erklärt, wenn die Gegenseite gegen die Waffenruhe verstoße, würden seine Truppen "sehr schnell und unverzüglich" antworten. Die Einheitsregierung wiederum kündigte an, sie werde ihre "legitime Verteidigung" fortsetzen und auf "jede Bedrohung" reagieren.

Die UNO, die EU und mehrere Staaten hatten vor einer Woche zu einer Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land während des Ramadans aufgerufen. Der Fastenmonat hatte in Libyen am vergangenen Freitag begonnen.

Seine Offensive gegen die von der UNO anerkannte Einheitsregierung von Fajes al-Sarradsch in Tripolis hatte Haftar vor einem Jahr gestartet. Noch am Montag dieser Woche sagte der General in einer Fernsehansprache, er wolle die Offensive fortsetzen. Er verfüge über ein "Mandat des Volkes", um Libyen zu regieren. Auf welche Weise er dieses "Mandat" erlangt haben will, erläuterte Haftar nicht.

In Libyen herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Einheitsregierung ist schwach. Haftar kontrolliert einen Großteil des Ostens und Südens des Landes.

Bei einer internationalen Konferenz im Januar in Berlin waren Schritte zur Deeskalation in Libyen vereinbart worden. So verpflichteten sich die in den Konflikt verwickelten ausländischen Staaten, die Konfliktparteien nicht weiter zu unterstützen und das bestehende Waffenembargo einzuhalten. Es gelangen seither aber weiterhin Waffen ins Land, auch wird weiter gekämpft.